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Aufzucht unserer Welpen

Im Grunde beginnt neues Leben bekannterweise mit der Befruchtung der Eizelle. Wir haben in der Schule gelernt, wie sich die Zellen teilen, und ein neues Lebewesen im Mutterleib entsteht.

Bei Hunden dauert dies zwischen ca.58 und 65 Tagen.

Dann wirft die Hündin ihre Jungen, und es werden blinde und taube Welpen geboren.

 Bereits die Tragzeit ist eine wichtige Phase für die Welpen. Denn je nach den Erlebnissen und Gefühlen der  Mutter werden auch die Welpen beeinflusst.

Einfluss von Stress:

Milder Stress der Mutterhündin führt zu stress und krankheitsresistenteren Welpen. Die Hündin sollte also nicht vollkommen verhätschelt und von allem ferngehalten werden.

Hat die tragende Hündin aber größeren Stress, wie zum Beispiel stärkere Ängste, auch wenn sie normalerweise nicht ängstlich ist, wird sich das mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Welpen auswirken.

Das liegt daran, dass bereits im Mutterleib die Nervensysteme der Welpen entstehen. Das Nervensystem wird gesteuert von einer viel zahl chemischer Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter. Diese werden an den Nervenenden ausgeschüttet, und übertragen den elektrischen Impuls auf den nächsten Nerv, oder auch auf einen Muskel, je nachdem, wo der Nerv endet. Dieses hochkomplexe System wird in den kleinen Welpen bereits ausgebildet während der Tragzeit. Ausreifen wird es allerdings erst viel später.

Es ist wenig verwunderlich, dass das Nervensystem der Mutter dabei eine Rolle spielt, denn in ihrem Blutkreislauf befinden sich viele Botenstoffe, die eine enge Verbindung mit dem Nervensystem haben. Somit bekommen die Welpen über den Blutkreislauf der Mutter einige Informationen über das Er-Leben der Mutter. Findet in ihrem Körper eine Stressreaktion statt, werden auch die Welpen davon „infiziert“ und ihr Nervensystem wird empfindsam auf diese Stresssensoren reagieren. 

Daraus resultiert, dass eine gestresste Mutterhündin stressempfindlichere Welpen zur Welt bringt als eine relaxte Mutterhündin. Diese Stressempfindlichkeit beeinflusst unmittelbar das spätere Verhalten der Welpen.

Aber wie schon anfangs erwähnt, tut leichter Stress eher gut, und führt zu stressresistenten Welpen. Das ist auch logisch, denn wenn die Mutterhündin eine Situation zwar anregend empfindet, aber nicht als bedrohlich erlebt, führt das zu völlig anderen Reaktionen im Nervensystem als eine beängstigende Situation oder chronischer, belastender Stress. „Leichter Stress“ bedeutet also nicht, dass die Hündin ruhig mal verängstigt sein darf, sondern dass sie eine gewisse Menge an freudigem Stress durchaus verträgt.

Wichtig zu wissen:

Bereits im Mutterleib passieren wichtige Dinge, und die Mutterhündin sollte keinem starken Stress ausgesetzt, aber auch nicht in Watte gepackt werden. Das führt zu den entspanntesten Welpen.

Neugeborenenphase:

Die Neugeborenenphase dauert von der Geburt an bis etwa zum 11. Lebenstag.

In der Neugeborenenphase verändert sich noch gar nicht so viel. Die Welpen sind voll auf die Mutter angewiesen. Die Beine tragen sie noch nicht, weil das Nervensystem noch nicht voll ausgebildet ist. Die Vorderbeine können rudernde Bewegungen ausführen, und die Welpen robben so auf dem Bauch. Sie können die Temperatur fühlen, und tasten, ob sie alleine liegen, bei Geschwistern oder der Mutter. Außerdem haben sie schon ein gewisses Gleichgewichtsgefühl. Aber die Augen und die Gehörgänge sind noch geschlossen.

Die Welpen machen sich bald nach der Geburt auf die Suche nach der mütterlichen Milchbar. Die erste Milch, die sogenannte Kolostralmilch, enthält besonders viele mütterliche Antikörper, so dass die Welpen sofort eine Art Gesundheitscocktail bekommen.

Erste Erfolgserlebnisse:

Schon dieses erste Suchen und der Erfolg des Findens, das Empfinden der Wärme und Geborgenheit sind wichtige Erfahrungen der Neugeborenen. Man sollte sie bitte normalerweise nicht an die Zitzen legen, sondern sie wirklich selbst suchen und finden lassen. Jeder einzelne Schritt ist von der Natur her wichtig für die gesamte Entwicklung. Nur wenn es sehr viele Welpen sind, und einer oder mehrere immer zu kurz kommen, muss gegebenenfalls eingegriffen werden.

Die Mutter sorgt für Nahrung und Wärme, und sie stimuliert die Verdauung, indem sie reflexartig die Bäuchlein leckt und dadurch massiert. Alleine könnten die Welpen die Verdauung und Ausscheidung noch nicht steuern.

Die Aktivitäten der Welpen beschränken sich auf Schlafen, Trinken an der Milchbar, und wenn nötig, die Suche nach Wärme oder beim Einsatz einer Infrarotlampe vielleicht auch mal nach einem nicht so warmen Ort.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, nicht die gesamte Wurfbox gleichmäßig warm zu bestrahlen, damit die Welpen diese Möglichkeiten der Wahl haben.

Genau diese Dinge sind es, die mit „mildem Stress“ beschrieben werden können. Wenn die Welpen erleben können, dass sie selbst durch ihr Verhalten eine angenehme Situation erschaffen können, haben sie etwas Wichtiges gelernt. Wer sich von Kühle zu Wärme bewegt, hat gewonnen und fühlt sich auch so. Wer Hunger hat und die Zitze findet, hat gewonnen und fühlt sich herrlich. Sie lernen, dass es sich lohnt, sich auf den Weg zu machen.

Welpen in die Hand nehmen:

Weiterer milder Stress kann dadurch entstehen, dass die Welpen durch den Züchter öfter in die Hand genommen werden. Das geschieht meistens schon durch das tägliche wiegen. Welpen können auch mal in der warmen Hand einschlafen, und einfach eine Weile dort warm und geborgen liegen. Zusätzlich wird der Gleichgewichtssinn gefördert.

Wenn ein Züchter bei einem Wurf mit zum Beispiel 8 Welpen täglich solche Übungen durchführt, pro Welpe ca. 5 Minuten Gesamtzeit über mehrere Male am Tag verteilt, dann ist er schon fast eine Stunde am Tag beschäftigt. Diese Zeit zahlt sich aus, und macht einen gravierenden Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Start für die Welpen. 

Wichtig zu wissen:

Seh und Hörsinn sind noch nicht ausgebildet, die Welpen sind daher noch geschützt vor negativen Umweltreizen. Durch sinnvolle Übungen können wir als Züchter jetzt schon die Entwicklung der Sinne fördern.

Übertriebene Förderprogramme können aber ebenso schädlich sein wie übermäßige Fürsorge (Rotlichtlampe, anlegen an die Zitze). Während das eine zu viel Stress bedeutet, nimmt das andere den Welpen die Chance, mit dem Stress umgehen zu lernen. Wir als Züchter können also bereits in den ersten Wochen viel dazu beitragen, dass die Welpen optimal aufwachsen.

Die Fütterung unserer Welpen:

Wir geben den Welpen zusätzlich zum Welpenbrei schon etwas rohes Fleisch, Ei oder Quark und gewöhnen sie so langsam ans BARFen.

Direkt nach der Geburt....

ist BARFen noch kein Thema für die Welpen, denn in den ersten 3-4 Lebenswochen bekommen die Kleinen ausschließlich Muttermilch.

Ab der 5. Woche beginnt dann die Zeit, wo die Welpen anfangen, auch mehr Interesse an ihrer Umwelt zu zeigen und vor allem auch mal schauen wollen, was denn die Mama da so in ihrem Napf hat. Wird das Interesse am Futter der Mutter immer größer und die Säugebereitschaft nimmt immer weiter ab, fangen wir mit den ersten festen Mahlzeiten für die Welpen an. Dabei handelt es sich allerdings nicht um richtiges BARF, sondern eher um einen fast flüssigen Brei, wir geben schon etwas mageres Fleisch von Barfers (Welpenfutter) dazu. Dazu eignen sich gewolftes Rindfleisch oder Putenfleisch besonders gut. Sobald das Milchgebiss der Welpen voll ausgebildet ist ca. (6 Woche), können wir damit beginnen, auch leicht kaubare, fleischige Knochen zum Fressen zu geben wie beispielsweise Hühnerhälse. Das "Alles schon fertig" Paket Junior Rind und Huhn von Barfers. Mir ist es besonders wichtig, dass meine Welpen von Beginn an artgerecht ernährt, d.h. gebarft werden. Ab der 5. Woche füttere ich nach und nach zur Milchmahlzeit meiner Hündin gezielt zu. Ich habe da so mein ganz eigenes erprobtes Vorgehen. Zuerst gibt es Hüttenkäse, evtl. mit etwas Honig, dann Rinderhack, nach ca. 1 ½ Wochen ein rohes Ei dazu. Jede Futterausbaustufe behalte ich ca. 3 Tage bei, um genau zu beobachten, wie die Kleinen es vertragen. Nach dem Rinderhackfleisch beginne ich mit dem Barfers Barf Juniormenü. Ich füttere immer in kleinen Portionen alle 3 bis 3 ½ Stunden. Das hat zwei Vorteile: Erstens ist der Futterstress an der Milchbar für meine Hündin dann nicht so groß, und ich kann zweitens besser einschätzen, wann die Welpen ihr „Geschäft“ machen müssen. Denn ich versuche dann schon, mit ihnen Schritt für Schritt zu trainieren, wo sie am besten ihr Geschäft machen. Werden die Welpen dann von ihrem neuen Frauchen und Herrchen übernommen, sind sie nämlich schon fast stubenrein.

Doch was ist, wenn der umgekehrte Fall auftritt und die neuen Hundehalter den Welpen lieber ein fertiges Alleinfuttermittel geben möchtest? Das ist natürlich völlig legitim und auch mit einem hochwertigen Nass oder Trockenfutter kannst du deinen Welpen Gesund und Artgerecht ernähren. Idealerweise sprichst du rechtzeitig mit mir darüber und wir überlegen gemeinsam, wie wir die Umstellung auf das neue Welpenfutter schonend gestalten können. Vielleicht kann ich schon ein paar Tage vor dem Auszug des Welpen das von dir ausgewählte Juniorfutter unter das BARF mischen. Oder du BARFst deinen Welpen erst einmal ein paar Tage weiter und stellst nach und nach auf das neue Futter um.

Mit unserem Futter von Barfers und Markus Mühle (siehe unter unserer Fütterung) sind unsere Hundekomplett gut versorgt.

Entwurmen des Welpen:

An Würmer dürften die meisten dabei auf jeden Fall nicht denken. Allerdings können Welpen durchaus schon von Geburt an mit den lästigen Parasiten infiziert sein und aufgrund ihres schwachen Immunsystem sogar bleibende Schäden erleiden.

Welpen können sich im Mutterleib sowie über die Muttermilch mit Würmern infizieren.

Da das Immunsystem bei Hundebabys noch nicht richtig entwickelt ist, ist der Wurmbefall für sie besonders gefährlich.

Welpen sollten zwei Wochen nach der Geburt das erste Mal entwurmt werden.

Wir entwurmen unsere Welpen alle zwei Wochen, bis die letzte Aufnahme von Muttermilch zwei Wochen zurückliegt.

Die Vorteile der Entwurmung überwiegen die Risiken möglicher Nebenwirkungen von Wurmkuren bei Welpen deutlich.

​Wir kümmern uns auch um die Entwurmung des Muttertieres. Die Gabe bestimmter Wurmkuren während der Trächtigkeit und nach der Geburt kann dazu beitragen, den Schutz der Welpen zu verbessern. Unsere Welpen haben bei Abgabe mit 8 Wochen ihre erste Impfung erhalten.

​Weitere Impfungen:

Unser Impfplan sieht eine Impfung zwischen der achten und neunten Woche gegen Parvovirose (P), Staupe (S) und Hepatitis (H) vor, die in der 12. oder 13. Woche wiederholt wird.

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Die Tollwutimpfung ist in diesem Plan erst nach der zwölften Woche vorgesehen. Diese Impfung sollte dann einzeln und nicht in Kombination mit anderen Impfungen vorgenommen werden und ein Präparat zum Einsatz kommen, das schon nach einer einmaligen Impfung eine Auffrischung nach drei Jahren vorsieht.

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