Blutohr beim Hund
- zumlorcheborn
- 29. Okt. 2024
- 4 Min. Lesezeit

Ein Blutohr, medizinisch als Othämatom bezeichnet, ist eine Ansammlung von Blut zwischen dem Knorpel und der Haut des Ohres eines Hundes. Es entsteht, wenn kleine Blutgefäße innerhalb des Ohrlappens (Pinna) reißen und Blut austritt, was zu einer schmerzhaften Schwellung führt. Das betroffene Ohr kann stark anschwellen und fühlt sich oft weich und schwammig an. Ein Blutohr ist eine relativ häufige Erkrankung bei Hunden und kann sowohl in einem als auch in beiden Ohren gleichzeitig auftreten.
Ursachen eines Blutohrs bei Hunden
Ein Blutohr entsteht in der Regel aufgrund eines Traumas oder einer übermäßigen Schädigung der Blutgefäße im Ohr. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
Ohrenkratzen und Kopfschütteln: Die häufigste Ursache für ein Blutohr ist intensives Kratzen am Ohr oder starkes Schütteln des Kopfes. Diese Verhaltensweisen werden oft durch Juckreiz oder Unbehagen verursacht, das durch Ohrenentzündungen, Ohrmilben, Allergien oder Fremdkörper im Ohr hervorgerufen wird. Das wiederholte Kratzen oder Schütteln kann die Blutgefäße im Ohrlappen beschädigen und zu Blutungen führen.
Trauma oder Verletzung: Direkte Verletzungen des Ohres, wie Bisse, Stöße oder ein Aufprall, können ebenfalls ein Blutohr verursachen. Hunde, die rau spielen oder kämpfen, sind einem höheren Risiko ausgesetzt.
Ohrenentzündungen (Otitis): Chronische oder akute Ohrenentzündungen können starken Juckreiz und Unbehagen verursachen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Hund sein Ohr kratzt oder den Kopf schüttelt, was zu einem Blutohr führen kann.
Blutgerinnungsstörungen: In seltenen Fällen können Blutgerinnungsstörungen zu einem erhöhten Risiko für Blutungen führen, einschließlich der Bildung eines Blutohrs.
Symptome eines Blutohrs bei Hunden
Die Symptome eines Blutohrs sind in der Regel offensichtlich und umfassen:
Schwellung des Ohrlappens: Das auffälligste Anzeichen eines Blutohrs ist eine plötzliche, schmerzhafte Schwellung des Ohrlappens. Die Schwellung kann klein sein oder das gesamte Ohr betreffen und ist oft weich und schwammig bei Berührung.
Kopfschütteln und Kratzen: Hunde mit einem Blutohr schütteln häufig den Kopf und kratzen sich am betroffenen Ohr aufgrund des Unbehagens.
Schmerzempfindlichkeit: Das betroffene Ohr kann schmerzempfindlich sein, und der Hund kann es vermeiden, sich am Kopf oder an den Ohren berühren zu lassen.
Verfärbung des Ohrlappens: Das Ohr kann sich aufgrund der Blutansammlung rot oder violett verfärben.
Deformiertes Aussehen des Ohres: Wenn das Blutohr unbehandelt bleibt, kann es zu einer dauerhaften Verformung des Ohrlappens führen, da das Blut gerinnt und sich Narbengewebe bildet. Dies wird oft als “Blumenkohlohr” bezeichnet.
Diagnose eines Blutohrs bei Hunden
Die Diagnose eines Blutohrs ist in der Regel einfach und basiert auf einer körperlichen Untersuchung des Ohrs durch den Tierarzt. In einigen Fällen können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein, um die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln, insbesondere wenn eine Ohrenentzündung oder eine andere zugrunde liegende Erkrankung vermutet wird.
Klinische Untersuchung: Der Tierarzt wird das betroffene Ohr untersuchen und auf Schwellungen, Schmerzempfindlichkeit und Anzeichen von Infektionen oder Fremdkörpern achten.
Otoskopische Untersuchung: Eine Untersuchung mit einem Otoskop ermöglicht es dem Tierarzt, den Gehörgang auf Anzeichen von Infektionen, Milben oder Fremdkörpern zu überprüfen.
Zytologie und Kultur: Wenn eine Ohrenentzündung vermutet wird, kann der Tierarzt eine Probe des Ohrsekrets entnehmen, um sie auf Bakterien, Hefen oder Milben zu untersuchen.
Bluttests: In seltenen Fällen, wenn eine Blutgerinnungsstörung vermutet wird, können Bluttests erforderlich sein, um die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu überprüfen.
Behandlung eines Blutohrs bei Hunden
Die Behandlung eines Blutohrs hängt von der Schwere der Schwellung und der zugrunde liegenden Ursache ab. Die Hauptziele der Behandlung sind die Entfernung der Blutansammlung, die Linderung von Schmerzen und die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, um ein Wiederauftreten zu verhindern.
Abfluss und Drainage: Eine der häufigsten Behandlungen für ein Blutohr besteht darin, das angesammelte Blut abzulassen. Der Tierarzt kann eine Nadel verwenden, um das Blut abzusaugen, oder einen kleinen Einschnitt machen, um die Flüssigkeit abzulassen. Eine Drainage kann in einigen Fällen erforderlich sein, um eine erneute Blutansammlung zu verhindern.
Kompression: Nach der Drainage kann der Tierarzt eine Kompressionsbandage oder spezielle Ohrpolster anlegen, um die Blutgefäße zu komprimieren und die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Blutung zu verringern.
Chirurgischer Eingriff: In schweren Fällen oder wenn das Blutohr wiederholt auftritt, kann eine chirurgische Korrektur erforderlich sein. Bei diesem Eingriff wird das Blut entfernt und der Ohrlappen mit mehreren Stichen fixiert, um die Haut und den Knorpel zusammenzuhalten und eine erneute Blutansammlung zu verhindern.
Behandlung der zugrunde liegenden Ursache: Es ist wichtig, die zugrunde liegende Ursache des Blutohrs zu behandeln, z. B. eine Ohrenentzündung oder eine Allergie, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Dies kann die Verabreichung von Ohrreinigern, Antibiotika, Antiparasitika oder entzündungshemmenden Medikamenten umfassen.
Schmerz und Entzündungsmanagement: Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente können verschrieben werden, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern.
Pflege und Unterstützung zu Hause nach der Behandlung
Nach der Behandlung eines Blutohrs erfordert die Pflege zu Hause besondere Aufmerksamkeit:
Überwache den Heilungsprozess: Überwache das betroffene Ohr auf Anzeichen von Schwellung, Entzündung oder Infektion und folge den Anweisungen des Tierarztes für die Pflege zu Hause.
Vermeide Kopftrauma: Verhindere, dass Dein Hund seinen Kopf schüttelt oder kratzt, indem Du gegebenenfalls einen Kragen oder eine Halskrause verwendest, um das Ohr zu schützen.
Regelmäßige Ohrenpflege: Halte die Ohren Deines Hundes sauber und frei von Infektionen, indem Du regelmäßig eine vom Tierarzt empfohlene Ohrreinigungslösung verwendest.
Medikamente wie verordnet verabreichen: Stelle sicher, dass alle Medikamente gemäß den Anweisungen des Tierarztes verabreicht werden, um die zugrunde liegende Ursache zu behandeln und Komplikationen zu vermeiden.
Prävention von Blutohr bei Hunden
Um das Risiko eines Blutohrs zu minimieren, können einige vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden:
Regelmäßige Ohrenpflege: Überprüfe und reinige die Ohren Deines Hundes regelmäßig, insbesondere bei Hunden mit hängenden Ohren oder dickem Fell, die anfälliger für Ohrenentzündungen sind.
Behandlung von Allergien und Ohrenentzündungen: Bei Hunden mit bekannter Neigung zu Ohrenentzündungen oder Allergien ist es wichtig, diese Bedingungen proaktiv zu behandeln und zu verwalten, um das Risiko von übermäßigem Kratzen und Kopfschütteln zu verringern.
Vermeide Trauma: Schütze die Ohren Deines Hundes vor Verletzungen, besonders bei rauem Spiel oder in Situationen, in denen das Ohr durch Fremdkörper verletzt werden könnte.
Fazit
Ein Blutohr bei Hunden ist eine häufige und oft schmerzhafte Erkrankung, die eine angemessene tierärztliche Behandlung erfordert, um Komplikationen zu vermeiden und die Heilung zu fördern. Durch rechtzeitige Diagnose, gezielte Behandlung und präventive Maßnahmen kannst Du Deinem Hund helfen, ein gesundes und komfortables Leben zu führen. Regelmäßige Ohrenpflege und das Management zugrunde liegender Ursachen sind entscheidend, um das Risiko eines Blutohrs zu reduzieren und das Wohlbefinden Deines Hundes zu gewährleisten.
C. Kaul
Comments