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Der Jäger im Hund

  • Autorenbild: zumlorcheborn
    zumlorcheborn
  • 18. Aug. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Okt. 2024

Manchmal überraschen mich die Hunde. Eine ausgeführte Idee, ein Verhalten von ihnen, welches ich so nicht erwartet hatte. Im Rudel, wenn ich Momente mit und an ihnen entdecke, welche noch sehr nach instinktiven Verhalten wirkt.

Wenn sie mir in einem kleinen Augenblick zeigen, dass sie noch wild sein könnten und eben Tiere sind.

Ich persönlich habe unter anderem Schäferhunde, weil, neben vielen tollen Eigenschaften, sie noch sehr wölfisch aussahen.

Als Jugendliche hat mir das schon sehr gut gefallen. Die Huskys gehören bei mir zur Gruppe "wölfisch" auch dazu.

Später begeisterten mich die Arbeitsrassen wie Cattle Dog oder Border Collie, also Spezialisten in ihrer Arbeit und oft sind sie das heute noch. Menschen haben in der Zucht alles aus dem Wolf gezüchtet, was sie nutzen konnten. Den Spürhund, den Hetzhund, das territoriale Verteidigen und eben die Hirten das Einkreisen der Beute.

Noch später als Modehunde und als soziale Begleiter.

Erdnuss,Kaily, Chris, Bonny, Berry, Layra und Ruby

Alles gut für mich, wenn es keine Qualzucht ist. Denn ich mag nun auch die kleinen Hunde auf dem Sofa recht gern.

Aber eben auch diese besonderen seltenen Momente.

So hatten wir vor Jahren Besuch von der Familie mit Kinder bis 12 Jahren und Jugendliche ab 13 Jahren. Sie betraten den vorderen Hof, ich stand im hinteren, abgetrennten Auslauf bei den Hunden und sah die kleine Gruppe mein Grundstück betreten.

Eine Rasselbande von Welpen war ebenfalls im vorderen Grundstück. Ich hatte sie gerade aus dem Rudel entfernt und sah nun zu.

Kaum hatte die Gruppe den Hof betreten, rannten die Welpen auf diese zu.

Und ein Kind meine Nichte Sabrina 11 Jahre stürzte schreiend zu meiner Cousine.

Alles gut. Sabrina war erst mal sicher vor der kleinen Rasselbande.

Ich aber hatte solche kreischenden Schreie noch nicht gehört.

Mein Rudel scheinbar auch nicht. Und schon beim zweiten panischen Schrei fuhren ihre Köpfe nach oben. Ich stand zwischen ihnen, konnte sie genau beobachten. Sie aber interessierte nur das vordere Grundstück. Ihre Augen suchten. Solche Blicke hatte ich noch nicht gesehen und es fällt mir auch schwer, sie euch zu beschreiben. Wild, animalisch, aufmerksam mit dem Blick eines Jägers, vielleicht mit dem Blick eines Border Collies zu vergleichen, wenn er ein Schaf mit den Augen festnagelt. Oder der Blick eines Beutegreifers, wenn er aus der Deckung seine Beute beobachtet. Ich war mir sicher, dass sich selbst die Augenfarbe verdunkelt hatte. Diese Augen, dieses Verhalten vergesse ich nie. Die Jäger waren wach. Ich war erschrocken von dieser Ausstrahlung und als sie sich nach vorn bewegten zischte mein erstes "Nein" und ich musste dieses laut  wiederholen. Die Augen wurden wieder klar. "Es sind Hunde", dachte ich " das darf man nie vergessen". Und plötzlich liefen sie voller Energie durch ihren Auslauf, immer wieder mal ein Blick in das vordere Grundstück werfend. Sie waren interessiert.

Ich komme darauf, weil wir am Wochenende mit ihnen in einer Kiesgrube spazieren war. Eine wenig fremde Gegend für sie, mit vielen Büschen, angrenzenden nicht bewirtschafteten Feldern und Wildspuren. Und wieder änderten sie Ihr Verhalten.

Unser Berry war sofort im Jagdmodus, revierte, suchte Spuren, war immer in konzentrierter Bewegung. Und unsere Hunde spähten immer wieder in die Gegend, suchten sich Plätze, von wo aus sie die Gegend gut überschauen konnten, waren aufmerksam und suchend. Suchten in der Ferne. Beobachteten dabei Berry und steckten sich dabei in ihrem Verhalten gegenseitig an.

Eben anders als sonst. Ein kleiner Gänsehaut Moment. Nach fünf Minuten war er vorbei

Ich liebe es so sehr, sie bei diesem Verhalten zu beobachten.

Dann fiel mir ein, dass wir vor Jahren schon mal mit ihnen in dieser Gegend waren. Ich hatte sie an einem Wasserloch freigegeben zum schwimmen. Als sie aus dem Wasser kamen, sprang ein Kaninchen zwischen ihnen hoch. Ich donnerte mein "NEIN" und sie standen wie angewurzelt. Das arme Kaninchen lief wie beim Ping Pong hin und her, überall wohin es fliehen wollte, stand ein Hund.

Beim fünften oder sechsten Versuch hatte es einen Ausgang und raste zwischen die Deckung gebenden Büsche. Ich habe die Hunde noch ein wenig in ihrer starren Haltung gelassen und dann mit einem "Prima" freigegeben. Und sie donnerten wieder zum Wasser los, voller Leben, aufgeregt, laut und gegenseitig rüber beißend. Als wollten sie Energie abbauen. Es hatte sich mächtig etwas aufgestaut in ihnen. Und auch wenn sie dem Kaninchen nicht folgten, die Energie der Jäger war da. Es sind eben Tiere. Bei allen guten Eigenschaften, das vergesse ich nicht. Und gelegentlich erinnern sie mich mal daran.


C. Kaul


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