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Der Rottweiler

  • Autorenbild: zumlorcheborn
    zumlorcheborn
  • 4. Sept. 2024
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Okt. 2024

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Rottweiler aus?

Der Rottweiler ist eine der klassischen deutschen Hunderassen. Es ist ein mittelgroßer bis großer, sehr kräftiger Hund. Sein Körperbau ist harmonisch ohne Übertreibungen. Seine Schnauze ist eher kurz aber keineswegs so kurz wie bei den so genannten Plattnasen. Der Standard sieht ihn so: Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, weder plump noch leicht, nicht hochläufig oder windig. Seine im richtigen Verhältnis stehende, gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen.

Leider ist der Rottweiler in den letzten Jahrzehnten immer schwerer und massiger gezüchtet worden. In alten Werken wird der Rottweiler wesentlich schlanker beschrieben, als wir ihn heute kennen.

Eigenschaft

Details

Gewicht

42kg - 50 kg

Größe

56 cm - 68 cm

Lebenserwartung

ca. 10 Jahre

Fellfarben

Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen (Brand) von satter, rotbrauner Färbung an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel vorgesehen.

Fellstruktur

Stockhaar, Deckhaar ist mittellang, derb, dicht und straff mit Unterwolle

Wichtigste Charaktereigenschaften

ausgewogenes Temperament, sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig

Aktivitätslevel

Hoch

Pflegeaufwand

Gering

Richard Strebel beschreibt ihn 1904 wie auch Brehms Tier Leben 1915 als 25 bis 30 kg schwer bei einer Widerristhöhe von 50 bis 60 Zentimetern. Der heutige Standard sieht ihn in der Größenordnung um 50 kg bei Rüden und 42 Kilogramm bei Hündinnen. Nicht selten sehen wir in der Praxis Rottweiler Bullen von mehr als 60 kg. Der Rottweiler hat also sein Gewicht glatt verdoppelt. Gesundheitlich begünstigt das die Herausbildung von Defekten im Gangwerk und Körperbau.

Die kraftstrotzende Masse des heutigen Rottweilers hat aber noch wesentlich größere Gefahren auf den Plan gerufen: Den Menschen selber. Spätestens mit dem Verbot der so genannten "Kampfhunderassen" war der Rottweiler zu zweifelhaften Ehren gekommen. Für ihn interessierten sich Menschen, die ihn als Waffe, Machtdemonstration oder Krücke für ihr schwaches Ego missbrauchen. Parallel dazu gibt es eine Fülle von Vermehrern und Hundehändler, die diese Nachfrage gerne bedienen.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Rottweiler?

Der Rotti ist im Kern ein hervorragender Familienhund, wie er es immer war wenn er nach klassischem Bild gezüchtet wird. Er ist ein toller Kumpel. Er ist gut zu erziehen. Er liebt seine Familie ob zwei oder vierbeinig vorbehaltlos und beschützt sie im besten Sinne. Er hat ein ausgewogenes Temperament. Er hat genau die richtige Mischung zwischen Agilität und Gelassenheit. Er ist nicht aggressiv aber wehrhaft. Er ist gehorsam aber kein serviler Sklave. Ein gesunder, nicht zu schwerer Rottweiler ist ein arbeitsfreudiger Hund, der alles mitmachen will und kann. Aber er ist kein Junkie, der täglichen Leistungssport einfordert. Der Standard sieht sein Wesen so: Der Rottweiler ist von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit und zugleich gelassen gegenüber seiner Umwelt.

Der "will to please" ist bei ihm nicht so stark ausgeprägt wie bei vielen anderen Arbeitshunderassen. Den muss sich Herrchen oder Frauchen erst noch verdienen. Dann ist er ein ausgesprochen leistungsfähiger Allrounder und liebenswerter Freund. Er meistert die Rolle als alltagstauglicher Begleithund ebenso wie seine Herausforderungen im Hundesport oder sogar als Rettung und Fährtenhund. Er ist ein wehrhafter Beschützer seiner Familie und behütet sein Territorium mit Beflissenheit.

Er ist intelligent und sucht die echte Partnerschaft zu Herrchen und Frauchen. Er ist sehr anhänglich und sensibel und strahlt zugleich etwas Urwüchsiges, Archaisches aus. Als gut erzogener und geforderter Arbeitshund ist der Rottweiler dann auch ein ganz hervorragender Familienhund. Er freut sich nicht selten über Liebkosungen und Streicheleinheiten wie ein kleines Schoßhündchen. Menschen, die er einmal ins Herz geschlossen hat, steht er ausgesprochen freundlich, treu und sanft gegenüber. Wen er einmal kennengelernt hat, vergisst er nicht mehr. Aufgrund seiner Kraft ist er nicht ohne weiteres als Anfängerhund zu empfehlen.

Herkunft und Geschichte

Wo kommt der Rottweiler ursprünglich her?

Im Standard wird auf die Geschichte des Rottweilers eingegangen. Sein Ursprung geht bis in die Römerzeit zurück. Er wurde dort als Hüte und Treiberhund gehalten. Die Hunde zogen mit den römischen Legionen über die Alpen, beschützten die Menschen und trieben das Vieh. Im Raum um Rottweil trafen diese Hunde mit den einheimischen Hunden zusammen.

Damit wird dem Rottweiler eine direkte Linie zu den Hunden der Römer zugeschrieben. Das ist sicher nicht ganz unrichtig. Nur steht er damit keineswegs alleine. Es gibt etliche weitere Hunderassen aus dem großen Formenkreis der Molosser deren Ahnen wie die es Rottweilers bereits in der Antike als Treib, Schutz, Zug und Wachhunde tätig waren. Der Kynologe Hans Räber weist darauf hin, dass der Rottweiler vor etwa 140 Jahren kaum von den damaligen Vorfahren des Großen Schweizer Sennenhundes zu unterscheiden gewesen wäre. Auch die US-Genetikerin Heidi G. Parker und ihre Kolleginnen (2004 und 2017) stellen den Rottweiler in ihrer genetischen Landkarte der Hunderassen neben Bulldogge, Mastiff, Boxer und eben die Schweizer Sennenhunde.

Die Vorfahren dieser genannten Hunde waren als Bullenbeißer schon über tausende von Jahren mit den Handelswegen regelmäßig importiert und exportiert worden, ob sie nun aus Schottland oder von jenseits der Alpen oder aus dem Schwabenland stammten. Der Rottweiler Metzgerhund entwickelte sich vor 150 Jahren zu einem der besten Arbeitshunde weltweit. Bei allen Aufgaben zeigte er hervorragende Leistungen. Als Diensthund überzeugt er noch heute bei Polizei und Bundeswehr. Dort ist er als Sprengstoff, Brandmittel, Rauschgift, Leichen, Blutspür sowie Fährten und Schutzhund im Einsatz. Zudem schätzt man ihn weltweit als leistungsbereiten Helfer in Katastrophengebieten, wo der Rottweiler seine Fähigkeiten als Flächen, Trümmer und Lawinensuchhund entfaltet. Nicht zuletzt glänzt der einfühlsame Rotti auch als „Helfer auf vier Pfoten“ und Therapiehund.

So beschreiben es nicht ohne Stolz aber völlig korrekt seine Züchter. Familienhund, Sportkamerad, Dienst oder Rettungshund oder sogar Therapeut? Rottweiler sind auf all diesen Gebieten Zuhause und das nicht umsonst. Sie bringen eine Vielfalt von positiven Eigenschaften mit, die sie bei entsprechender Sozialisierung und Ausbildung gerne entfalten. Der Rottweiler wurde 1910 offiziell als Polizeihund anerkannt. Er stellt eine der 10 anerkannten Diensthunderassen in Deutschland. Leider haben wir Menschen besonders in den 1990er Jahren dem treuen Rottweiler übel mitgespielt. Er wurde von einschlägigen Menschen als Waffe missbraucht.

Die Zucht bediente dieses Klientel mit überschweren "Rottweilern", die zudem einen tendenziell aggressiven Charakter hatten. Darunter leidet diese Rasse noch heute. Die Zucht eines Rottweilers gehört ausschließlich in kontrollierte, seriöse Hände, ebenso die Haltung dieses so wunderbaren Hundes. Der erste Standard wurde 1883 vom Tiermaler Albert Kull ausgearbeitet. Die ersten Vereine rund um die Hunderasse wurden Anfang 1900 gegründet. Sie schlossen sich 1921 zum Allgemeinen Deutschen Rottweiler Club zusammen. Der betreut ihn noch heute und ist weltweit für seinen Standard zuständig. 1955 erfolgte die endgültige Anerkennung durch den Welthundeverband FCI. Heute fallen pro Jahr zwischen 1500 und 2000 Welpen unter dem Dach des VDH.

Beliebte Mixe

Mixe mit Rottweiler sind nicht selten. Des Öfteren gibt es bei den Mixen Probleme mit dem Wesen. Die enorme Kraft und Power des Rottweilers trifft bei Mixen zuweilen auf ein nicht dazu passendes Wesen, zum Beispiel was die Reizschwelle angeht. Beim Rottweiler selbst ist es zudem wichtig, dass er über Generationen durch eine seriöse Zucht mit seriöser Sozialisation begleitet wird.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Rottweiler?

Der Rottweiler ist ein pflegeleichter und sehr robuster Hund.

Gibt es beim Rottweiler rassetypische Krankheiten?

Per Saldo kann man den Rottweiler als einen Hund bezeichnen, der in seiner körperlichen Gesundheit gut dasteht. HD, ED und einzelne Erbkrankheiten sind ein Problem und werden vom Allgemeinen Deutschen Rottweiler Club seit Jahren bekämpft. Auch könnte die Lebenserwartung um 2 und mehr Jahre länger sein.

Welches Futter ist für einen Rottweiler am besten?

Der Rottweiler stellt keine besonderen Ansprüche. Er ist durchweg unkompliziert. Der Rottweiler eignet sich natürlich auch zum Barfen.

Aktivitäten mit dem Rottweiler

Wie viel Bewegung braucht ein Rottweiler?

Ein Rottweiler eignet sich für fast alle Aktivitäten, die Du mit Hund unternehmen kannst. Ja, der Rottweiler eignet sich sogar für sehr anspruchsvolle Herausforderungen als Arbeitshund. Er sticht sowohl im Vielseitigkeitssport als auch beim Fährten und Turniersport hervor. Agility und Flyball liegen dem Kraftpaket ebenso wie Frisbee. Als Diensthund überzeugt er bei Polizei, Bundespolizei und Bundeswehr. Dort ist er als Spür sowie Fährten und Schutzhund im Einsatz. Zudem schätzt man die Rasse weltweit als Helfer in Katastrophengebieten, wo der Rottweiler seine Fähigkeiten als Trümmer und Lawinensuchhund entfaltet. Nicht zuletzt glänzt er als Assistenz und Therapiehund.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Rottweiler kaufen?

Willst Du dein Leben mit einem Rottweiler teilen, solltest Du dich lange vor der Anschaffung nach einem Züchter umschauen. Der Züchter sollte dem Allgemeinen Deutschen Rottweiler Club angeschlossen sein. Bitte kaufe keinen Rottweiler übers Internet, da dort das Risiko sehr groß ist, dass der Welpe von einem in aller Regel gut getarntem Hundehändler oder Vermehrer kommt. Hier hast du keine Sicherheit, dass dein Rotti artgerecht gezüchtet und sozialisiert wurde.

Erziehung und Haltung

Passt ein Rottweiler zu mir?

Ein seriös und nicht zu schwer gezüchteter Rottweiler ist robust und stellt keine besonderen Anforderungen an seine Haltung. Es sind gutmütige, wesensstarke Familienhunde, die einer ebenso wesensstarken Führung bedürfen. Ein Rottweiler ist nicht geeignet als Erst Hund eines unerfahrenen Herrchens oder Frauchens. Für eine Etagenwohnung in der Großstadt eignet er sich ebenso wenig. Du solltest Zeit und Lust haben, dich mit diesem arbeitsfreudigen Hund zu beschäftigen. Er eignet sich hervorragend für diverse Ausbildungen und Hundesportarten. Schließlich meistern Im Auto nimmst du ihn am besten in einer ausreichend dimensionierten Box aus Aluminium mit.

Der Rotti ist kein Couch Potatoe aber auch kein nervöser Arbeitsjunkie. Er ist schlicht ein toller Partner und Kumpel. Schließlich solltest du bedenken, dass der Rottweiler in Deutschland und anderen Staaten teils als Listenhund geführt wird. Das ist zwar fachlicher Nonsens, doch bringt es finanziell und rein rechtlich Probleme mit sich. Das A und O ist, dass du deinen Welpen nur vor Ort bei einem seriösen Züchter kaufst. Der sollte einen leichten und freundlichen Typ als Familienhund präferieren. Ganz wichtig ist die gute Sozialisation. Hier werden Weichen gestellt. Bei einer liebevollen Sozialisation von der Wurfkiste an, bei einer fachkundigen Erziehung und obendrauf noch Ausbildung wirst du einen charakterstarken Freund bekommen, den nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann. Der klassische Rottweiler ist ein idealer Begleiter und Beschützer für dich und die ganze Familie.


C. Kaul


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