Der Samojede
- zumlorcheborn
- 2. Sept. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Okt. 2024

Weiße Hunde werden seit Jahrhunderten vom Volk der Nenzen, nomadisierenden Jägern und Rentierzüchtern, die im zaristischen Russland auch Samojeden genannt wurden, gehalten und gezüchtet. Die Tiere zogen bzw. trugen Lasten, hielten die Herden zusammen und dienten als Wachhunde. Nur die Härtesten und Leistungsstärksten überlebten nach dem Prinzip der natürlichen Auslese. Die Genügsamkeit, gepaart mit der Schönheit dieser Rasse, ließen sie schnell über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet im westlichen Sibirien hinaus bekannt werden. Mit Beginn der Polarexpeditionen interessierte man sich immer mehr auch in Nordeuropa für den Samojeden. So brachte 1889 Scott ein Pärchen aus Archangelsk mit, das den Grundstock einer schnell wachsenden Zucht bildete. In Nordamerika und Alaska, wohin der Samojede ebenfalls um die Jahrhundertwende gelangte, verwendet man ihn nach wie vor als Zughund, heute vermehrt bei Hundeschlitten Rennen. Bereits vor 1900 gehörte er zu den international anerkannten Schlittenhunderassen und erhielt sich diesen Ruf bis heute. Seine Stärke ist nicht die Schnelligkeit, sondern die ungewöhnliche Ausdauer.
Übersicht
Eigenschaft | Details |
Größe | 50 cm- 60 cm |
Gewicht | 17 kg- 30 kg |
Lebenserwartung | 11 Jahre- 12 Jahre |
Fellfarben | weiß, Bisquit, Creme |
Fellstruktur | raues Deckhaar, dichte Unterwolle |
Wichtigste Charaktereigenschaften | freundlich, aufgeschlossen, munter |
Aktivitätslevel | Hoch |
Pflegeaufwand | Hoch |
Der Samojede ist ein freundlicher und aufgeschlossener Hund. Er ist munter und lebhaft mit einem sehr gering ausgeprägten Jagdinstinkt. Er ist ein geselliger Hund, der dennoch unabhängig bleibt. Samojeden sollten keinesfalls scheu oder aggressiv sein. Er eignet sich hervorragend als Schlittenhund, wobei er hier durch seine einzigartige Ausdauer bekannt ist. Obwohl er früher als Wachhund eingesetzt wurde, ist er dafür ungeeignet. Zusammenleben mit anderen Haustieren: Durch seine gesellige Art stellen andere Haustiere oder Hunde im Haus kein Problem dar.
Pflege
Der ganze Hund ist voll und buschig behaart mit dichter Unterwolle, durch die raue Deckhaare dringen. Die Läufe sollen eine wehende Behaarung zeigen, die sogenannten Federn; am Kopf und der Vorderseite der Läufe hat der Samojede kurze, glatte Haare. Typisch ist auch seine volle Mähne. Die Haarlänge betreffend existieren lang und mittellanghaarige Varianten; es gibt aber keine ausdrücklichen Standardfestlegungen dafür. Außer dem reinen weiß sind als Farben weiß und bisquit sowie creme zugelassen. Das lange Fell benötigt eine entsprechende Pflege. Tägliches Bürsten und Kämmen ist erforderlich um das Fell vor Verfilzungen zu schützen.

Gesundheit
Damit ein Samojede ein gesundes und aktives leben führen kann, benötigt er ausreichende Nährstoffe und Mineralien. Auch braucht das gesellige Tier viel Fellpflege, die aber nicht übertrieben werden sollte.
Eine Nierenerkrankung ist die häufigste erbliche Erkrankung, an der Samojeden leiden können. Wie bei vielen Rassen können auch bei diesen Hunden erbliche Augenerkrankungen wie Katarakte oder Glaukoma, sowie Hüftgelenksdysplasie auftreten (eine Erkrankung, die zu Problemen mit der Beweglichkeit führen kann). Vor dem Züchten sind daher eine Beurteilung der Hüfte und Augenuntersuchungen durch einen Tierarzt unbedingt notwendig. Weitere rassespezifische Erbkrankheiten sind Diabetes mellitus und Pulmonalstenose (Verengung der Herzklappe).
Bewegung
Der Samojede braucht recht viel Bewegung, sowohl an als auch abgeleint. Er hat einen natürlichen Trieb, an der Leine zu ziehen, kann jedoch darauf trainiert werden, neben dir zu laufen. Ein erwachsener Samojede braucht täglich mehrere Stunden Bewegung. Er liebt es, draußen zu sein und tobt sich dort gerne aus. Ist er körperlich und geistig ausgelastet, verhält er sich ausgeglichen, sanftmütig und ruhig. Deshalb solltest du auch die Ruhezeiten nicht vernachlässigen und ihm täglich Streicheleinheiten, Zuwendung und Liebe schenken.
Entscheidungshilfe
Ideale Besitzer: Der Samojede verfügt über einen besonders sanften Charakter, der mit einer engen Vertrautheit zum Menschen gepaart ist. Diese Kombination macht ihn unter den Schlittenhunden einzigartig. Er benötigt eine liebevolle aber konsequente Erziehung. Als Arbeitshunde finden sie heute jedoch immer selteneren Einsatz, stattdessen werden sie hauptsächlich als Familien und Begleithunde gehalten. Mitunter wird er auch im Agility eingesetzt. Ausreichend Zeit für die Fellpflege sollte vorhanden sein.
C. Kaul
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