Die Ernährung der Hündin
- zumlorcheborn
- 19. Okt. 2024
- 7 Min. Lesezeit

Die Ernährung der Hündin vor und während der Trächtigkeit sowie nach der Geburt.
„Welpen sind was ihre Mutter zu fressen bekommen hat"!
Die bedarfsgerechte Ernährung unserer Hündin:
Optimale Haltungsbedingungen und bedarfsgerechte Ernährung sind unverzichtbar, um gesunde und lebensfrohe Hunde zu züchten.
Die Zugabe von Folsäure während der frühen Trächtigkeit vermindert das Auftreten von Lippen und Gaumenspalten und Spina bifida.
Auch die Gabe von Pulsatilla D6 zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin finden wir hilfreich.
Während der Gravidität helfen Himbeerblätter dabei, das der Muttermund und die Beckenbodenmuskulatur weich und locker werden. Dies erleichtert die Geburt.
Die letzte Entwurmung der Hündin erfolgt kurz vor dem Deckakt (wir entwurmen in der Läufigkeit, nicht aber in den 63. Tagen der Tragzeit und dann wieder wenn die Welpen das erste Mal entwurmt werden).
Die korrekte Fütterung während der Tragzeit (und auch schon davor) ist von entscheidender Bedeutung.
Eine hochwertige und ausgewogene Ernährung der Mutterhündin bereits in der Trächtigkeit legt die Bausteine für ein harmonisches Wachstum der Welpen im Mutterleib.
Sie sorgt für eine langanhaltende Gesundheit und hohe Leistungsbereitschaft.
Wichtig ist es eine Nahrung zu wählen, die die richtige Zusammensetzung aufweist.
Die enthaltenden Nährstoffe sollen von hoher Qualität und leicht verdaulich sein, d.h. leicht zu verwerten, ohne Verdauungsprobleme hervorzurufen. Das Futter soll immer frisch und schmackhaft sowie leicht aufzunehmen sein. Das Futter muss in einem einwandfreien hygienischen Zustand sein, damit das Risiko von Erkrankungen vermieden wird.
„Was man heute gegessen hat, hat irgendwie den Weg zu Ihrem Erbgut gefunden.
Wir wissen nur noch nicht wie.“
Die Föten wachsen in den ersten 3 Wochen der Trächtigkeit nur sehr wenig. Etwa ab der 3. Woche kann Brechreiz bei der Hündin auftreten, oft entsteht auch eine gewisse Futtermäkeligkeit bis hin zur Verweigerung der Futteraufnahme, eventuell zeigt sie dieses Verhalten über mehrere Tage. Dieses Erscheinungsbild fällt zeitgleich mit der Nidation der Eizellen in die Gebärmutter zusammen. Sie können sich vorstellen, dass sich der gesamte Stoffwechsel der Hündin auf die veränderten Ansprüche einstellt. Anfangsrundungen der Hündin zeigen sich nun unmittelbar zuerst hinter den letzten Rippenbögen
Nährstoffbedürfnisse:
Es gibt unzählige Futterphilosophien, welche Philosophie man dann letztendlich für sich bzw. seinen Hund nimmt muss jeder selber entscheiden, wichtig ist nur, dass die Hündin bedarfsdeckend mit unverzichtbaren Nährstoffen (Proteinen, gute Fette, Kohlenhydrate, Rohfaser und Mineralstoffen so wie Vitaminen) versorgt wird, wenn sie gesund bleiben soll. Dies muss alles im richtigen Verhältnis zueinander stehen und hängt vom jeweiligen Entwicklungsstadium ab.
Fütterung der Zuchthündin:
Besonders während der Trächtigkeit muss eine Hündin den wechselnden Belastungen und Bedürfnissen entsprechend ausgewogen ernährt werden. In den ersten Wochen sind die Embryonen ganz besonders empfindlich gegen Störungen.
Mangelversorgungen an Vitaminen, Spurenelementen oder an Energie aber auch die Aufnahme von Schimmelpilzen, die Toxine freisetzen kann zum Absterben der Embryonen oder zu Missbildungen führen.
Es muss daher wie oben schon erwähnt ganz besonders darauf geachtet werden, dass frisches nicht überlagertes Futter gereicht wird.
Ab der 5. Trächtigkeitswoche wachsen die Föten besonders rasch und müssen auch intrauterin sehr gut an Gewicht zulegen. Daher muss ab diesem Zeitpunkt die Energiezufuhr der Hündin um 1,5-faches gesteigert werden. Die Eiweißmenge sollte noch etwas größer sein als die Energie, die die Hündin durch Kohlenhydrate erhält. Das bedeutet, dass die Hündin spätestens ab der 5. Woche ein besonders hochwertiges Futter erhalten muss. Es heißt nicht, dass die Hündin nun „für VIELE“ fressen muss, nur hochwertiger.
Steigerung der Futterportion:
Bei der Frage nach der Größe der Futterportion muss man sich an der Gewichtsentwicklung der Hündin orientieren. Daher macht es Sinn, das Ausgangskörpergewicht zu Beginn der Trächtigkeit zu ermitteln und dann regelmäßig jede Woche zu wiegen.
Kurz vor der Geburt sollte das Gewicht 120 bis 125 % des Normalgewichtes betragen.
Abhängig von der Größe des Wurfes steigt der Nährstoffbedarf der Hündin von 1,5 – bis 2-fachen des Erhaltungsbedarfs
in der 1. Woche bis auf 2,5-fache
in der 3.-5. Woche bis auf das 3,5- fache
bei großen Würfen über 8 Welpen sogar auf das 4-fache des Erhaltungsbedarfs
Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Barf für Welpen Aufzuchtfutter ab der 4-5.Trächtigkeitswoche bis zum Absetzen der Welpen gemacht.
Der Calcium Gehalt ist recht hoch, um die Gefahr von Krämpfen zu vermeiden. Die Hündinnen bekommen da schon tgl. 1 Becher Hüttenkäse oder Quark 40 % Fett zusätzlich. Der Rohproteingehalt sollte 30 % betragen so dass er den Bedarf der essenziellen Aminosäuren deckt, wichtig ist, das 50% des Eiweißes tierischer Herkunft ist, daher bekommen unsere Hündinnen immer rotes frisches rohes Frischfleisch dazu meist gutes Muskelfleisch vom Rind, Reh, Rot oder Damwild. Auch geben wir frische Eier dazu sowie frische Petersilie und frische Blanchierte Möhren mit Butter und hochwertigen Ölen wie Wildlachsöl , Boretsch Öl mit einem hohem Gamma Linolensäure Anteil , Leinenöl. Ein hoher Vitamin A,D und E bedarf ist hier wichtig. Warum ist dies wichtig: weil ein Mangel an Vit. A, D und E der Hündin zu einem sehr niedrigen Gehalt dieser Vitamine in der so unglaublich wichtigen Kolostralmilch ( erste Milch die die Hündin direkt nach der Geburt den Welpen gibt und die für ein Lebenslanges gesundes Immunsystem der Welpen sorgt) führt und damit halt zu einer nicht optimalen Versorgung der Welpen nach der Geburt, was aber besonders Wichtig ist, da die Föten diese Vitamine Intrauterine nicht speichern.
Ebenso kann eine unausgewogene Gabe von Kalzium und Phosphor die Geburt und die Milchbildung negativ beeinflussen.
Die Trächtigkeit, die Geburt und das Säugen der Welpen ist Hochleistungssport für die Hündin. Daher muss sie nicht nur wie beschrieben besonders hochwertiges Futter bekommen, sondern dieses auch mehrmals täglich. Gerade auch gegen Ende der Trächtigkeit bekommen unsere Hündinnen 3-4 x täglich kleinere Portionen, da der Platz im Magen nicht mehr so gegeben ist.
ENERGIE: Energielieferanten im Hundefutter sind Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Fette sind die ergiebigsten Energiequellen, sie liefern mehr als doppelt so viel Kalorien wie Kohlenhydrate oder Proteine.
FETTE: Fette sind nicht nur der Hauptenergielieferant im Futter, sondern auch eine unverzichtbare Quelle für essentielle ( lebensnotwendige) Fettsäuren. Fette sind träger für die fettlöslichen Vitamine E,D,K,A .Die essentiellen Fettsäuren können vom Hund nicht selber gebildet werden ( z.B. Linolsäue ist im Boretsch Öl enthalten ) , deshalb müssen diese in ausreichender menge mit dem Futter substituiert werden. Ein Mangel an essenziellen Fettsäuren führt z.B. zu schlechtem fahlen schuppigen und stumpfen Haar mit schlechtem Pigment und bei Zuchthündinnen kann es zu Fortpflanzungsproblemen führen.
PROTEIN (Eiweiß): Proteine brauchen Hunde aller Entwicklung und Altersstufen. Sie sind die Bausteine des Körpers und sorgen in erster Linie für den Erhalt und das Wachstum des Gewebes, insbesondere der Muskulatur und des Bindegewebes. Des Weiteren haben sie eine überragende Bedeutung für die Ausbildung und den Erhalt eines leistungsfähigen Immunsystems. Proteine sorgen für ein gesundes, glänzendes Fell des Hundes. In der Wachstums Phase und in der Trächtigkeit ist der Proteinbedarf besonders hoch, da Eiweiß für die Milchproduktion und das entstehende Gewebe gebraucht wird.
Bei der Auswahl der Proteinquellen muss unbedingt auf die Qualität geachtet werden. Je hochwertiger ein Protein ist, desto mehr von der aufgenommenen Menge kann dazu verwendet werden, körpereigenes Gewebe aufzubauen. Man spricht von der biologischen Wertigkeit eins Proteins.
Hochwertige Proteine enthalten alle essentiellen (lebensnotwenigen) Aminosäuren; Eiweißquellen wie Eier, Milchprodukte, Hüttenkäse, Quark, Frisch Käse Natur, Natur Jogurt, Fleisch, Fisch sind hochwertiger als pflanzliche Eiweißlieferanten.
KOHLENHYDRATE: Der Grundstein aller Kohlenhydrate ist Zucker. Mann muss allerdings zwei Gruppen unterscheiden: die verdaulichen und die unverdaulichen Kohlenhydrate. Milchzucker und Stärke gehören zu den Verdaulichen, sie dienen der schnellen Energiegewinnung.
VITAMINE: Vitamine sind organische Bestandteil, die nur in sehr kleinen mengen in der Nahrung enthalten sein müssen, um wirksam zu sein. Sie sind für die Regulierung bestimmter Stoffwechselvorgänge unverzichtbar. Man unterscheidet zwei Gruppen von Vitaminen: wasserlöslichen (alle B Vitamine) und die fettlöslichen (EDKA). Eine Überdosierung an Fettlöslichen sollte unbedingt vermieden werden, dass sie sich dann im Körper anreichern und schlimme folgen hervorrufen können.
MINERALSTOFFE: unsere Hunde benötigen 12 verschiedene Mineralstoffe, Zu ihnen gehören Eisen, Kupfer, Mangan und Zink, Jod, Flur,( Spurenelemente) und Kalzium, Phosphor, Chlor, Kalium, Magnesium, Natrium sind in größerer Menge vorhanden.
Stets muss bei der Futterkonzentration darauf geachtet werden, dass kein Mangel an Mineralstoffen entsteht. BARF Hundenahrung enthält jedoch nicht alle Mineralstoffe und Vitamine in ausreichender Menge und in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Eine zu Fütterung ist daher nötig, wenn dies nicht ausreichend vorhanden ist. Aber Vorsicht bei Überdosierung kann dies sogar zu schwerwiegenden Schäden führen.
WASSER: frisches Wasser ist unverzichtbar und sollte immer frisch und in ausreichender menge zur Verfügung stehen.
Wichtig ist auch die Bewegung der Hündin.
Nur Hündinnen mit sehr guter Konstitution und Kondition sehr guter Muskulatur können komplikationslos gebären. Unsere Hündinnen begleiten uns bis zum Tag der Geburt bei unseren Spaziergängen und auch meist schon am Tag nach der Geburt.
Zeitgleich bekommt die Hündin in der ersten Woche nach der Geburt 2 Ampullen frubiase Ca+ ins Futter gemischt mit einem Päckchen Hüttenkäse oder 40 % Quark wird dies immer gerne gegessen. Ca+ ist eine Prophylaxe gegen die gefürchtete Eklampsie. Zum glück hatten wir dies noch nie.
Bei großen Würfen bekommen die Hündinnen auch einige Tage Arnica D6 Tabletten 3-mal tgl. eine Dosis 2-2-2
Es ist förderlich, dass die Hündinnen die Nachgeburten fressen. Wir lassen die Hündinnen selbst entscheiden ob sie alle Nachgeburten fressen. Auch da gibt es 100 verschiedene Meinungen zu. Durch die orale Aufnahme der Nachgeburten werden der Hündin wichtige Hormone zugeführt die unter anderem auch für einen schnellen Milcheinschuss verantwortlich sind. Bei großen Würfen und vielen Nachgeburten kann es schon mal sein, dass dies schon mal zu schwarz grünen Durchfällen bzw. sehr weichen Stuhl der Hündin führt.
Ansonsten gelten nach der Geburt die schon geschriebenen Steigerungen der Futterportionen sowie angemessener Auslauf und Bewegung an der frischen Luft. Es wäre fatal die Hündin immer nur zum Lösen kurz aus der Wurfkiste zu holen. Passen sie gut auf die Hündin auf, beobachten und kontrollieren sie tgl. ihre Milchleiste und den Ausfluss. Messen sie in der 1. Woche tgl. die Temperatur der Hündin. Wenn sie einen großen Wurf haben und sie merken das sie der Hündin nicht den 2 -5 fachen Nährstoffbedarf nach der Geburt zugefüttert bekommen dann mischen sie das BARF einfach mit der guten Welpen Milchpulver an (welches sich jeder Züchter vor der Geburt besorgen sollte). Denken sie daran, der Rohproteingehalt sollte 30 % betragen so dass er den Bedarf der essenziellen Aminosäuren deckt, wichtig ist, das 50% des Eiweißes tierischer Herkunft sein sollte. Wir füttern noch Welpenkalk zu, was unsere Welpen später auch bekommen.
Wir hoffen das ihr die ein oder andere Anregung verwenden können.
C. Kaul
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