Glukokortikoide
- zumlorcheborn
- 2. Dez. 2024
- 2 Min. Lesezeit

Glukokortikoide sind eine Gruppe von Steroidhormonen, die in der Veterinärmedizin häufig eingesetzt werden, um entzündliche und allergische Erkrankungen zu behandeln. Sie wirken stark entzündungshemmend und immunsuppressiv und werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen verwendet, wie z. B. bei Hautproblemen, Autoimmunerkrankungen und Asthma.
Was sind Glukokortikoide?
Glukokortikoide sind Steroidhormone, die natürlicherweise von der Nebennierenrinde produziert werden. Das bekannteste körpereigene Glukokortikoid ist Cortisol. Diese Hormone regulieren verschiedene Funktionen im Körper, darunter den Stoffwechsel, die Stressreaktion und die Entzündungshemmung.
In der Medizin werden synthetische Glukokortikoide wie Prednisolon, Dexamethason oder Betamethason eingesetzt, die eine stärkere und länger anhaltende Wirkung haben als natürliches Cortisol.
Anwendungsgebiete von Glukokortikoiden bei Hunden
Glukokortikoide werden häufig zur Behandlung von entzündlichen, allergischen und immunvermittelten Erkrankungen eingesetzt. Zu den häufigsten Einsatzgebieten gehören:
Allergien: Glukokortikoide helfen, die Symptome von allergischen Reaktionen wie Hautentzündungen, Juckreiz oder Asthma zu lindern. Sie werden oft bei atopischer Dermatitis oder Flohallergien verwendet.
Autoimmunerkrankungen: Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem des Hundes fälschlicherweise körpereigene Zellen an. Glukokortikoide unterdrücken das Immunsystem und verhindern so weitere Schäden. Beispiele für Autoimmunerkrankungen sind Lupus oder immune Thrombozytopenie.
Entzündliche Erkrankungen: Bei Entzündungen der Gelenke, wie bei Arthritis, werden Glukokortikoide verwendet, um Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren.
Hauterkrankungen: Sie werden auch bei entzündlichen Hauterkrankungen und Ekzemen verwendet, um Hautrötungen und Juckreiz zu lindern.
Asthma und Lungenerkrankungen: Glukokortikoide sind nützlich bei der Behandlung von chronischem Bronchitis oder Asthma, indem sie Entzündungen in den Atemwegen reduzieren.
Wirkungsweise von Glukokortikoiden
Glukokortikoide wirken, indem sie das Immunsystem unterdrücken und Entzündungsreaktionen hemmen. Sie beeinflussen den Zellstoffwechsel und verhindern die Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen wie Prostaglandinen und Zytokinen.
Immunsuppressiv: Glukokortikoide unterdrücken bestimmte Funktionen des Immunsystems, was hilfreich ist, um autoimmune Prozesse zu kontrollieren, aber gleichzeitig das Risiko von Infektionen erhöht.
Entzündungshemmend: Sie reduzieren die Aktivität der weißen Blutkörperchen, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind, und verhindern die Gewebeschädigung durch Entzündungen.
Nebenwirkungen von Glukokortikoiden bei Hunden
Glukokortikoide sind sehr wirksam, aber sie haben auch eine Reihe von Nebenwirkungen, insbesondere bei längerer Anwendung. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
Erhöhter Durst und häufiges Urinieren: Hunde, die Glukokortikoide erhalten, trinken oft mehr und müssen häufiger urinieren (Polyurie/Polydipsie).
Gewichtszunahme: Aufgrund von Appetitzunahme und Veränderungen im Stoffwechsel können Hunde an Gewicht zunehmen.
Schwächung des Immunsystems: Da Glukokortikoide das Immunsystem unterdrücken, sind Hunde anfälliger für Infektionen.
Muskelschwäche und Schwund: Eine langfristige Anwendung kann zu Muskelschwäche und Muskelschwund führen.
Verdünnung der Haut: Bei längerem Gebrauch können Glukokortikoide die Haut dünner machen, was das Risiko für Hautverletzungen erhöht.
Magen-Darm-Probleme: Magengeschwüre und Durchfall können auftreten, insbesondere bei höheren Dosen.
Cushing Syndrom: Eine Langzeitbehandlung mit hohen Dosen von Glukokortikoiden kann zu einem Cushing-Syndrom führen, einer Erkrankung, bei der der Körper übermäßig viele Glukokortikoide produziert, was zu Gewichtszunahme, Hautveränderungen und anderen Symptomen führt.
Vorsichtsmaßnahmen und richtige Anwendung
Glukokortikoide sollten immer unter tierärztlicher Aufsicht angewendet werden, da eine falsche Dosierung oder ein abruptes Absetzen der Medikamente schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann.
Kurzfristige Anwendung: Glukokortikoide sollten, wenn möglich, nur für kurze Zeiträume angewendet werden, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.
Langsame Dosisreduktion: Wenn Glukokortikoide über einen längeren Zeitraum verabreicht wurden, müssen sie langsam abgesetzt werden, um eine Nebenniereninsuffizienz zu vermeiden.
Regelmäßige Überwachung: Bei einer Langzeitbehandlung sollten regelmäßige Bluttests und Untersuchungen durchgeführt werden, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und die Dosis anzupassen.
Fazit
Glukokortikoide sind ein starkes Mittel zur Behandlung von Entzündungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen bei Hunden. Sie bieten schnelle Linderung bei vielen Beschwerden, bergen aber auch das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen, insbesondere bei langfristiger Anwendung. Eine tierärztliche Überwachung und angepasste Dosierung sind entscheidend, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und das Risiko von Komplikationen zu minimieren.
C. Kaul
Comments