Homozygotie
- zumlorcheborn
- 18. Okt. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Okt. 2024

Homozygotie ist ein genetischer Begriff, der beschreibt, dass ein Hund zwei identische Allele für ein bestimmtes Gen von seinen Eltern geerbt hat. Ein Allel ist eine bestimmte Version eines Gens, und wenn beide geerbten Allele für ein Gen gleich sind, spricht man von Homozygotie. Diese genetische Eigenschaft hat großen Einfluss auf die Vererbung von Merkmalen wie Fellfarbe, Gesundheit und Verhalten. Homozygotie ist in der Hundezucht ein wichtiger Faktor, da sie zur Vorhersage von Eigenschaften und der Anfälligkeit für bestimmte Erbkrankheiten beiträgt.
Homozygotie und Vererbung
Hunde erben von ihren Eltern zwei Kopien jedes Gens eine vom Vater und eine von der Mutter. Wenn beide Kopien des Gens gleich sind, ist der Hund homozygot für dieses Gen. Diese Gleichheit kann sowohl für dominante als auch für rezessive Gene gelten:
Homozygot dominant: Wenn ein Hund zwei identische dominante Allele (z. B. „BB“) trägt, wird das Merkmal, das von diesem Gen bestimmt wird, sicher im Phänotyp (äußerliche Erscheinung) sichtbar sein. Zum Beispiel könnte ein Hund, der zwei dominante Allele für schwarze Fellfarbe trägt, schwarz sein.
Homozygot rezessiv: Wenn ein Hund zwei identische rezessive Allele (z. B. „bb“) hat, wird das rezessive Merkmal sichtbar, da keine dominante Version des Gens vorhanden ist. Ein Beispiel dafür wäre ein Hund, der zwei rezessive Allele für braune Fellfarbe besitzt und daher braun ist.
Beispiele für Homozygotie bei Hunden
Ein klassisches Beispiel für Homozygotie bei Hunden ist die Vererbung der Fellfarbe. Bei Labrador Retrievern wird die Fellfarbe durch zwei Gene bestimmt eines für die Grundfarbe (B-Gen) und eines, das beeinflusst, ob die Farbe im Fell sichtbar wird (E-Gen).
Ein Labrador, der homozygot für das dominante schwarze Gen ist (BB), wird schwarze Welpen haben, wenn er mit einem anderen schwarzen oder braunen Hund gepaart wird.
Ein Labrador, der homozygot für das rezessive braune Gen ist (bb), wird braune Welpen haben, wenn er mit einem anderen braunen Hund gepaart wird.
Homozygotie hat also einen großen Einfluss darauf, welche äußerlichen Merkmale an die Nachkommen weitergegeben werden.
Homozygotie und Erbkrankheiten
Ein wichtiger Aspekt von Homozygotie betrifft die Vererbung genetischer Krankheiten. Viele genetische Erkrankungen bei Hunden sind rezessiv, was bedeutet, dass ein Hund zwei Kopien des defekten Gens (homozygot rezessiv) haben muss, um die Krankheit zu entwickeln. Wenn ein Hund nur eine Kopie des defekten Gens hat (heterozygot), wird er als Träger der Krankheit bezeichnet, entwickelt sie aber selbst nicht.
Homozygot rezessiv für genetische Krankheiten: Hunde, die zwei rezessive Allele für eine Erbkrankheit haben, entwickeln die Krankheit. Ein Beispiel ist die progressive Retinaatrophie (PRA), eine Augenerkrankung, die zur Erblindung führt. Ein Hund, der homozygot für das rezessive PRA-Gen ist, wird die Krankheit zeigen.
Homozygot dominant für gesunde Gene: Hunde, die homozygot für das dominante, gesunde Gen sind, sind vor der Krankheit geschützt. Sie vererben dieses gesunde Gen an alle ihre Nachkommen, auch wenn der andere Elternteil ein Träger des defekten Gens ist.
Bedeutung der Homozygotie in der Hundezucht
In der Hundezucht ist Homozygotie ein wichtiges Thema, da sie sowohl erwünschte Merkmale als auch genetische Gesundheitsprobleme beeinflussen kann. Züchter versuchen, Merkmale wie Fellfarbe, Größe und Temperament durch gezielte Paarungen zu verstärken. Dies geschieht, indem homozygote Hunde für erwünschte Merkmale miteinander verpaart werden.
Jedoch kann eine hohe Homozygotie in einer Population zu Problemen führen, insbesondere wenn es um genetische Vielfalt und Erbkrankheiten geht. Inzucht, bei der nahe Verwandte miteinander gepaart werden, führt oft zu einer höheren Homozygotie und erhöht das Risiko, dass Welpen zwei Kopien eines defekten Gens erben und krank werden.
Deshalb ist es wichtig, eine gesunde Balance zu finden, um die genetische Vielfalt zu erhalten. Seriöse Züchter führen oft genetische Tests durch, um sicherzustellen, dass die Hunde nicht Träger von rezessiven Erbkrankheiten sind und dass sie nicht zu eng miteinander verwandt sind.
Homozygotie vs. Heterozygotie
Im Gegensatz zu homozygoten Hunden, die zwei identische Allele haben, besitzen heterozygote Hunde zwei unterschiedliche Allele für ein Gen. Dies hat Einfluss darauf, welche Merkmale der Hund zeigt und welche er an seine Nachkommen weitergeben kann:
Ein heterozygoter Hund (z. B. „Bb“) kann sowohl ein dominantes als auch ein rezessives Allel an seine Nachkommen weitergeben, was bedeutet, dass er sowohl dominante als auch rezessive Merkmale vererben kann.
Ein homozygoter Hund (z. B. „BB“ oder „bb“) kann nur eine Art von Allel weitergeben, sodass seine Nachkommen mit höherer Wahrscheinlichkeit ein vorhersehbares Merkmal haben.
Fazit
Homozygotie bedeutet, dass ein Hund für ein bestimmtes Gen zwei identische Allele geerbt hat. Dies beeinflusst sowohl das äußere Erscheinungsbild des Hundes als auch die Vererbung von Merkmalen und genetischen Erkrankungen. In der Hundezucht ist Homozygotie sowohl bei der Förderung erwünschter Merkmale als auch bei der Vermeidung von Erbkrankheiten von zentraler Bedeutung. Eine zu hohe Homozygotie durch Inzucht kann jedoch das Risiko von Gesundheitsproblemen erhöhen, weshalb Züchter sorgfältig planen müssen, um die genetische Gesundheit ihrer Hunde zu bewahren.
C. Kaul
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