Hunde mit Brille
- zumlorcheborn
- 6. Dez. 2024
- 4 Min. Lesezeit

Einen Hund mit Brille sieht man eigentlich eher selten. Dabei können Hunde, genau wie wir Menschen, an Sehschwäche leiden. Eine der weniger bekannten Lösungen dafür sind speziell für Hunde entwickelte Brillen. In diesem Beitrag geben wir Einblick in deren Funktionsweise, die richtige Anwendung und vieles mehr.
Warum sieht man so wenige Hunde mit Brille?
Es gibt keine allgemein anerkannten Zahlen, aber Schätzungen zufolge leiden etwa 3 bis 5 Prozent aller Hunde während ihres Lebens an Sehschwäche oder Augenerkrankungen, welche die Sehkraft beeinträchtigen. Vor allem einige bestimmte Rassen weisen eine genetische Anfälligkeit auf.
Trotz dieser Zahlen sieht man kaum einen Hund mit Brille. Die möglichen Erklärungen dafür sind simpel:
Viele Hundehalter sind sich möglicherweise einfach nicht bewusst, dass ihr Hund eine Sehschwäche hat, und informieren sich daher auch nicht über entsprechende Hilfsmittel.
Brillen für Hunde sind nicht so breit verfügbar wie menschliche Sehhilfen und werden allgemein eher als “Gadget” und nicht als medizinisches Hilfsmittel angesehen. Darüber hinaus können speziell angefertigte Brillen teuer sein, weshalb einige Hundebesitzer nicht in der Lage oder dazu bereit sind, in diese Art von Ausstattung zu investieren.
Dem Hund eine Brille anzulegen, ist besonders zu Anfang sehr ungewohnt und erfordert eine gewisse Zeit bis zur Eingewöhnung.
Teilweise gibt es auch Bedenken hinsichtlich des Aussehens bzw. der sozialen Akzeptanz von einem Hund mit Brille.
Diese Rassen sind besonders anfällig für Sehschwäche
Cavalier King Charles Spaniel: Diese Rasse ist bekannt für erbliche Augenerkrankungen wie die Syringomyelie und Chiari-Malformation, die auch Sehstörungen verursachen können.
Boston Terrier: Sie sind anfällig für verschiedene Augenprobleme, einschließlich Katarakte und Hornhautverletzungen, die zu Sehproblemen führen können.
Schnauzer: Bestimmte Varianten des Schnauzers, wie der Riesen- und der Zwergschnauzer, können anfällig für erbliche Augenkrankheiten wie Progressiver Retinaatrophie (PRA) sein, was zu einer allmählichen Sehverschlechterung führt.
Cocker Spaniel: Diese Rasse ist bekannt für Augenprobleme wie Katarakte und Glaukom, die ihre Sehkraft beeinträchtigen können.
Collie: Collies können an einer erblichen Augenkrankheit namens Collie Eye Anomaly (CEA) leiden, die zu verschiedenen Sehproblemen führen kann.
Wie funktioniert eine Hundebrille mit Dioptrien?
Es gibt Hundebrillen mit Dioptrien, die speziell zur medizinischen Verbesserung der Sehkraft entwickelt wurden. Solche Brillen sind für Hunde gedacht, die an Sehstörungen wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit) oder Astigmatismus leiden.
Hundebrillen mit Dioptrien enthalten korrigierende Gläser, welche die Sehkraft verbessern. Ähnlich wie bei menschlichen Brillen werden die Gläser entsprechend den spezifischen Dioptrien Werten des Hundes angepasst, um eine klare Sicht zu ermöglichen.
Die Verwendung von Brillen mit Dioptrien bei Hunden erfordert in der Regel eine gründliche Untersuchung und Diagnose durch einen Tierarzt oder Augenspezialisten, um die genauen Sehbedürfnisse des Hundes zu bestimmen. Anschließend können die Brillen individuell angepasst und hergestellt werden, um eine optimale Sehkorrektur zu gewährleisten.
Es ist wichtig anzumerken, dass nicht alle Hunde für Brillen mit Dioptrien geeignet sind (und umgekehrt), und die Verwendung von Hundebrillen sollte immer unter tierärztlicher Anleitung erfolgen. Die richtige Anpassung und Nutzung der Brillen sind entscheidend, um sicherzustellen, dass sie dem Hund helfen und nicht schaden.
Arten von Hundebrillen
Hundebrillen gibt es in einer Vielzahl von Designs und Stilen, um den verschiedenen Bedürfnissen der Hunde und ihrer Besitzer gerecht zu werden. Neben Brillen mit Dioptrien, also zur Steigerung des Sehvermögens, gibt es noch viele weitere Hundebrillen für unterschiedliche Anwendungsbereiche.
Klassische Sonnenbrillen: Diese Brillen haben oft eine ähnliche Form wie menschliche Sonnenbrillen und bieten Schutz vor hellem Licht und UV Strahlen. Sie können in verschiedenen Farben und Stilen erhältlich sein.
Schutzbrillen: Diese Brillen sind speziell für Hunde konzipiert, die Augenverletzungen oder postoperative Schutzmaßnahmen benötigen. Sie bieten normalerweise eine größere Abdeckung und sind aus robusten Materialien hergestellt.
Sportbrillen: Diese Brillen sind für aktive Hunde konzipiert und bieten Schutz vor Wind, Staub und Schmutz während des Trainings oder Outdoor-Aktivitäten. Sie sind leicht und strapazierfähig.
Modebrillen: Einige Hundebrillen sind mehr auf Stil und Mode ausgerichtet und dienen eher als Accessoire anstatt als funktionales Hilfsmittel.
Materialien
Hundebrillen werden aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt, die robust, leicht, flexibel und sicher für den Einsatz bei Haustieren sind. Typische Materialien für Hundebrillen sind:
Kunststoff: Leicht und langlebig, oft verwendet für die Rahmen und Gläser von Hundebrillen.
Gummi oder Silikon: Weiche, flexible Materialien, die für Nasenpolster und Bügel verwendet werden, um einen bequemen Sitz zu gewährleisten.
Polycarbonat: Ein bruchsicheres Material, das für die Gläser verwendet wird, um die Augen des Hundes zu schützen.
Nylon: Strapazierfähiges Material, das für die Bänder und Riemen verwendet wird, um die Brille sicher am Kopf des Hundes zu halten.
Hund mit Brille: Schritt für Schritt Anleitung zur Gewöhnung an die Brille
Das Anziehen von Hundebrillen erfordert Geduld, Ruhe und eine positive Herangehensweise, insbesondere wenn der Hund nicht daran gewöhnt ist, eine Brille zu tragen. Hier ist eine Schritt für Schritt Anleitung zum Anziehen von Hundebrillen sowie einige Tipps zur Gewöhnung des Hundes an die Brille.
Vorbereitung und Annäherung
Stelle sicher, dass die Brille richtig passt und bequem für deinen Hund ist. Überprüfe, ob alle Riemen, Nasenpolster und Gläser in gutem Zustand sind und richtig angebracht sind.
Beginne langsam, indem du deinen Hund an die Brille gewöhnst. Lass ihn die Brille zunächst beschnüffeln und sehen. Belohne ihn mit Leckerlis oder lobenden Worten, um eine positive Verbindung zur Brille aufzubauen.
Ansicht von Nahem
Locke deinen Hund mit einem Leckerli oder Spielzeug in eine ruhige, entspannte Position. Halte die Brille über seine Augen, ohne sie anzulegen, und lass ihn daran schnüffeln. Lobe ihn und gib ihm eine Belohnung.
Anlegen der Brille
Wenn dein Hund ruhig und entspannt ist, kannst du versuchen, ihm die Brille anzulegen. Halte die Brille vorsichtig über seine Augen und führe die Riemen um seinen Kopf. Achte darauf, dass die Brille nicht zu eng sitzt oder seine Bewegungsfreiheit einschränkt.
Sobald die Brille angelegt ist, belohne deinen Hund sofort mit Leckerlis und lobenden Worten, um ihm zu zeigen, dass er sich gut verhalten hat. Lass ihn die Brille für kurze Zeit tragen und gib ihm die Möglichkeit, sich daran zu gewöhnen.
Trainingseinheiten, Übung und Geduld
Es kann einige Zeit dauern, bis sich dein Hund an die Brille gewöhnt hat, besonders wenn er sie noch nie zuvor getragen hat. Sei geduldig und übt regelmäßig kurze Trainingseinheiten, um deinen Hund langsam an die Brille zu gewöhnen.
Dabei beginnst du mit sehr kurzen Einheiten und erhöhst allmählich die Dauer, während der dein Hund die Brille trägt. Achte dabei stets darauf, dass die Brille richtig sitzt und bequem für deinen Hund ist. Wenn er Anzeichen von Unbehagen zeigt, nimm ihm die Brille ab und versuche es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
Verwende allzeit positive Verstärkung, um deinen Hund für das Tragen seiner Brille zu belohnen und sein Vertrauen in das neue Hilfsmittel zu stärken.
C. Kaul
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