Juckreiz beim Hund
- zumlorcheborn
- 29. Okt. 2024
- 2 Min. Lesezeit

Was ist Juckreiz beim Hund?
Juckreiz (Pruritus) ist ein häufiges Problem bei Hunden und führt dazu, dass sich der Hund ständig kratzt, beißt oder beleckt. Anhaltender Juckreiz kann die Haut des Hundes schädigen und zu Infektionen führen, was den Zustand weiter verschlimmert.
Was sind die Ursachen für Juckreiz beim Hund?
Juckreiz bei Hunden kann viele Ursachen haben, darunter:
Flöhe: Häufigste Ursache. Flöhe und Flohkot lassen sich mit einem Flohkamm nachweisen.
Milben: Verschiedene Arten wie Räudemilben oder Ohrmilben.
Zecken: Können auch zu Juckreiz führen.
Allergien:
Umweltallergien: Pollen, Gräser, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben. Tritt oft saisonal auf.
Flohspeichel Allergie: Reaktion auf den Speichel von Flöhen.
Futtermittelallergien: Häufige Ursache von Hautproblemen und Juckreiz. Begleitet oft von Verdauungsstörungen.
Infektionen:
Bakterien: Sekundäre bakterielle Infektionen durch Kratzen.
Pilze: Hefepilze wie Malassezia können Juckreiz verursachen.
Dermatitis:
Atopische Dermatitis: Eine Form der Neurodermitis beim Hund, häufig allergisch bedingt.
Sonstige Ursachen:
Kontaktdermatitis: Reaktion auf Reizstoffe wie Chemikalien oder Reinigungsmittel.
Hormonelle Störungen: Erkrankungen wie Hypothyreose können Hautprobleme verursachen.
Wie äußert sich Juckreiz beim Hund?
Typische Symptome eines juckenden Hundes sind:
Ständiges Kratzen, Beißen und Lecken der Haut.
Rötungen und Entzündungen der Haut.
Haarausfall und kahle Stellen.
Trockene, schuppige Haut oder fettige Hautschuppen.
Hautausschlag, Pusteln oder Pickel.
Wunde, nässende oder eitrige Hautentzündungen.
Wie wird Juckreiz beim Hund diagnostiziert?
Eine genaue Diagnose erfordert meist mehrere Schritte:
Anamnese: Ausführliches Gespräch über Symptome, Lebensumstände und Futter des Hundes.
Klinische Untersuchung: Sichtbare Untersuchung der Haut und des Fells.
Hautgeschabsel: Entnahme einer Hautprobe zur Untersuchung auf Parasiten.
Blutuntersuchungen: Überprüfung auf Organprobleme und Entzündungen.
Allergietests: Zur Identifikation von Umweltallergenen.
Ausschlussdiät: Zur Diagnose von Futtermittelallergien.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es gegen Juckreiz beim Hund?
Parasitenbekämpfung:
Antiparasitika: Spot-on-Präparate, Tabletten oder Sprays gegen Flöhe, Milben und Zecken.
Umgebungsbehandlung: Gründliche Reinigung der Wohnumgebung des Hundes.
Infektionsbehandlung:
Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen.
Antimykotika: Bei Pilzinfektionen.
Allergiebehandlung:
Allergenvermeidung: Kontakt mit dem Allergen vermeiden.
Allergenspezifische Immuntherapie (ASIT): Hyposensibilisierung.
Antihistaminika: Bei allergischem Juckreiz.
Ciclosporin: Unterdrückt das Immunsystem, seltene Anwendung.
Kortison: Zur schnellen Linderung von Juckreiz, jedoch mit möglichen Nebenwirkungen.
Januskinase-Hemmer (Oclacitinib): Hemmt gezielt entzündliche Botenstoffe und lindert Juckreiz rasch.
Ergänzende Therapien:
Essenzielle Fettsäuren: Verbessern die Hautbarriere.
Kühlende und feuchtigkeitsspendende Shampoos und Lotionen.
Wie kann man Juckreiz beim Hund vorbeugen?
Regelmäßige Parasitenprophylaxe.
Hygiene: Regelmäßiges Reinigen der Schlafplätze und Umgebung des Hundes.
Allergieprävention: Allergenarme Umgebung schaffen.
Gesunde Ernährung: Hochwertiges Futter, das auf mögliche Allergien abgestimmt ist. Am besten Barfen!
Stressreduktion: Stress kann Juckreiz verschlimmern.
Wann ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam?
Ein Hund mit anhaltendem Juckreiz sollte immer tierärztlich untersucht werden. Je früher die Ursache festgestellt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, den Juckreiz zu lindern und die Haut des Hundes zu heilen. Ein rechtzeitiger Tierarztbesuch hilft, einen Teufelskreis aus Juckreiz, Hautschäden und Infektionen zu vermeiden und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern.
C. Kaul
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