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Kehlkopfpfeifen

  • Autorenbild: zumlorcheborn
    zumlorcheborn
  • 29. Okt. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Nov. 2024

Kehlkopfpfeifen, auch bekannt als Larynxparalyse oder Laryngomalazie, beschreibt eine teilweise oder vollständige Blockade der Atemwege im Bereich des Kehlkopfes. Diese Erkrankung tritt häufiger bei älteren, großen Hunderassen auf und führt zu einem charakteristischen pfeifenden Atemgeräusch. Kehlkopfpfeifen entsteht durch eine Schwäche oder Lähmung der Muskeln, die für das Öffnen und Schließen des Kehlkopfes zuständig sind. Dadurch kommt es zu Atemnot und Schwierigkeiten bei der Atmung, besonders bei Anstrengung oder Aufregung.

Was ist Kehlkopfpfeifen?

Das Kehlkopfpfeifen resultiert aus einer Funktionsstörung des Kehlkopfes (Larynx), der für die Regulierung des Luftstroms in die Luftröhre und die Lunge verantwortlich ist. Normalerweise öffnen sich die Stimmbänder und die Kehlkopfmuskeln, wenn der Hund einatmet, und schließen sich beim Schlucken, um zu verhindern, dass Nahrung in die Atemwege gelangt.

Bei einer Larynxparalyse oder anderen Erkrankungen, die das Kehlkopfpfeifen verursachen, können die Stimmbänder nicht mehr richtig funktionieren, was zu einer Verengung der Atemwege führt. Die Folge ist ein pfeifendes Atemgeräusch, besonders beim Einatmen, und in schweren Fällen eine deutliche Beeinträchtigung der Atmung.

Ursachen des Kehlkopfpfeifens

Es gibt verschiedene Ursachen, die Kehlkopfpfeifen bei Hunden auslösen können. Zu den häufigsten gehören:

  1. Larynxparalyse (Kehlkopflähmung): Die häufigste Ursache für Kehlkopfpfeifen ist eine Lähmung der Kehlkopfmuskulatur, auch als Larynxparalyse bekannt. Diese Erkrankung tritt oft bei älteren Hunden großer Rassen wie Labrador Retrievern, Golden Retrievern, Bernhardinern und Irischen Wolfshunden auf. Im Alter können die Nerven, die die Kehlkopfmuskeln steuern, degenerieren und dazu führen, dass sich die Stimmbänder nicht mehr richtig öffnen.

  2. Trauma oder Verletzung: Verletzungen des Kehlkopfes durch Unfälle, chirurgische Eingriffe oder Schlagverletzungen können zu einer Störung der Kehlkopffunktion führen und Kehlkopfpfeifen verursachen.

  3. Tumore oder Geschwülste: Tumore im Bereich des Kehlkopfes oder in den umliegenden Strukturen können auf die Atemwege drücken und sie verengen, was zu Atemgeräuschen und Atembeschwerden führt.

  4. Angeborene Defekte: Einige Hunde werden mit einer angeborenen Schwäche des Kehlkopfes geboren, die zu Kehlkopfpfeifen führt. Dies ist bei einigen Hunderassen häufiger der Fall und kann bereits in jungen Jahren auftreten.

  5. Infektionen oder Entzündungen: Schwere Infektionen oder chronische Entzündungen im Bereich des Kehlkopfes können die Funktion der Kehlkopfmuskulatur beeinträchtigen und zu Atemgeräuschen führen.

  6. Übergewicht: Übergewicht kann das Risiko für Atemprobleme bei Hunden erhöhen, da das zusätzliche Gewicht Druck auf die Atemwege und den Kehlkopf ausüben kann.

Symptome des Kehlkopfpfeifens

Die Symptome des Kehlkopfpfeifens können je nach Schwere der Erkrankung variieren. Die häufigsten Anzeichen sind,

Pfeifendes oder rasselndes Atemgeräusch: Ein charakteristisches Pfeifen, besonders beim Einatmen, ist das häufigste Symptom.

Atemnot: Der Hund zeigt deutliche Anzeichen von Atemnot, insbesondere bei Anstrengung, Aufregung oder Hitze.

Husten: Einige Hunde entwickeln einen trockenen, anhaltenden Husten, der sich bei körperlicher Aktivität verschlimmert.

Heiserkeit: Die Stimme des Hundes kann heiser oder verändert klingen, und er hat möglicherweise Schwierigkeiten beim Bellen.

Schwäche und Erschöpfung: Da die Atemnot den Sauerstofffluss im Körper beeinträchtigt, können Hunde schneller erschöpft sein und Schwierigkeiten haben, sich zu bewegen.

Blau verfärbtes Zahnfleisch (Zyanose): In schweren Fällen kann Sauerstoffmangel dazu führen, dass sich das Zahnfleisch und die Zunge des Hundes blau verfärben, was auf einen medizinischen Notfall hinweist.

Zusammenbruch: Bei fortgeschrittener Larynxparalyse oder schwerem Kehlkopfpfeifen kann es zu einem Kollaps des Hundes kommen, da er nicht ausreichend Luft bekommt.

Diagnose des Kehlkopfpfeifens

Die Diagnose von Kehlkopfpfeifen erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt, der die Atemwege des Hundes untersucht und die Funktion des Kehlkopfes überprüft. Die folgenden diagnostischen Verfahren können dabei helfen:

  1. Klinische Untersuchung: Der Tierarzt wird den Hund abhorchen und auf pfeifende Atemgeräusche sowie andere Symptome achten. Auch der Allgemeinzustand und mögliche Ursachen wie Übergewicht oder Infektionen werden untersucht.

  2. Laryngoskopie: Eine Laryngoskopie ist die wichtigste diagnostische Methode, um die Funktion des Kehlkopfes direkt zu beobachten. Unter leichter Sedierung führt der Tierarzt eine Kamera in die Atemwege ein, um die Bewegung der Stimmbänder zu prüfen und zu sehen, ob sie sich beim Einatmen richtig öffnen.

  3. Röntgen oder Ultraschall: Röntgenaufnahmen oder ein Ultraschall des Kehlkopfbereichs können helfen, Tumore oder andere strukturelle Probleme wie eine Verengung der Atemwege zu identifizieren.

  4. Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können helfen, zugrunde liegende Erkrankungen auszuschließen, die zur Larynxparalyse oder zum Kehlkopfpfeifen beitragen könnten.

Behandlung von Kehlkopfpfeifen

Die Behandlung des Kehlkopfpfeifens hängt von der zugrunde liegenden Ursache und der Schwere der Erkrankung ab. Zu den häufigsten Behandlungsansätzen gehören,

  1. Chirurgische Korrektur (Laryngoplastik): In schweren Fällen von Larynxparalyse wird häufig eine Operation durchgeführt, um die Atemwege zu erweitern. Bei diesem Eingriff, auch als “Tieback” Operation bekannt, wird ein Stimmband dauerhaft zurückgebunden, um den Luftstrom zu verbessern. Dies ist eine effektive Methode zur Verbesserung der Atemfunktion bei betroffenen Hunden.

  2. Medikamentöse Therapie: In milden Fällen oder wenn eine Operation nicht möglich ist, können entzündungshemmende Medikamente oder Beruhigungsmittel verschrieben werden, um die Symptome zu lindern und Stress zu reduzieren, der die Atmung verschlimmern kann.

  3. Gewichtsmanagement: Übergewichtige Hunde profitieren oft von einer Gewichtsreduktion, da dies den Druck auf die Atemwege verringern und die Atemprobleme lindern kann.

  4. Umgebungsanpassungen: Hunde mit Kehlkopfpfeifen sollten in kühlen, stressfreien Umgebungen gehalten werden, um die Atmung zu erleichtern. Überanstrengung, Hitze und Stress sollten vermieden werden, da sie die Symptome verschlimmern können.

  5. Vermeidung von Anstrengung: Hunde mit Atembeschwerden sollten nicht übermäßig belastet werden, da dies zu Atemnot führen kann. Sanfte Bewegung ist jedoch wichtig, um den allgemeinen Gesundheitszustand zu erhalten.

Prognose

Die Prognose für Hunde mit Kehlkopfpfeifen hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Hunde, die an einer leichten Form der Larynxparalyse leiden, können mit konservativen Maßnahmen gut leben, während schwere Fälle, die eine Operation erfordern, oft eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zeigen. Mit der richtigen Behandlung und Pflege können viele Hunde ein komfortables Leben führen, obwohl die Erkrankung im Alter möglicherweise fortschreitet.

Fazit

Kehlkopfpfeifen ist ein häufiges Atemproblem bei Hunden, das oft durch eine Larynxparalyse verursacht wird. Diese Erkrankung kann zu pfeifenden Atemgeräuschen, Atemnot und anderen Symptomen führen, insbesondere bei älteren, großen Hunderassen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität des Hundes zu verbessern und schwere Atemprobleme zu vermeiden. Chirurgische Eingriffe und andere Behandlungsansätze bieten in vielen Fällen eine gute Prognose für betroffene Hunde.


C. Kaul

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