Konjunktivitis bei Hunden
- zumlorcheborn
- 2. Dez. 2024
- 3 Min. Lesezeit

Konjunktivitis, auch als Bindehautentzündung bezeichnet, ist eine Entzündung der Bindehaut (Konjunktiva) des Auges. Diese dünne Schleimhaut bedeckt die Innenseite der Augenlider und einen Teil des Augapfels. Eine Konjunktivitis kann bei Hunden einseitig oder beidseitig auftreten und durch verschiedene Ursachen wie Infektionen, Allergien, Verletzungen oder Umweltreize ausgelöst werden.
Ursachen der Konjunktivitis bei Hunden
Die Ursachen für eine Konjunktivitis bei Hunden sind vielfältig und können in infektiöse und nicht infektiöse Faktoren unterteilt werden:
Infektiöse Ursachen:
Bakterien: Bakterielle Infektionen wie Staphylokokken oder Streptokokken können eine Konjunktivitis verursachen. Diese Infektionen treten häufig sekundär auf, nachdem das Auge bereits gereizt oder verletzt ist.
Viren: Viren wie das Canine Herpesvirus oder das Adenovirus können eine Konjunktivitis verursachen, insbesondere in Verbindung mit Atemwegserkrankungen wie Zwingerhusten.
Pilze: Seltener kann eine Pilzinfektion die Bindehaut des Hundes betreffen und zu einer chronischen Konjunktivitis führen.
Nicht infektiöse Ursachen:
Allergien: Allergien gegen Pollen, Staub, Schimmel oder bestimmte Nahrungsmittel können die Bindehaut reizen und eine allergische Konjunktivitis auslösen.
Fremdkörper: Kleine Fremdkörper wie Staub, Sand oder Pflanzenmaterial können die Bindehaut reizen und eine Entzündung verursachen.
Trockenes Auge (Keratokonjunktivitis sicca): Eine unzureichende Tränenproduktion kann die Augen austrocknen und eine Konjunktivitis verursachen. Dies ist eine häufige Ursache für chronische Bindehautentzündungen bei bestimmten Hunderassen.
Reizstoffe: Rauch, Chemikalien, Parfüms oder scharfe Reinigungsmittel können die Bindehaut reizen und zu einer Entzündung führen.
Augenverletzungen: Kratzer, Verletzungen oder Augenoperationen können eine Konjunktivitis hervorrufen, insbesondere wenn das Auge infiziert wird.
Anatomische Probleme: Bestimmte Hunderassen mit hervorstehenden Augen (wie Möpse oder Bulldoggen) neigen zu Augentrockenheit und Irritationen, die eine Konjunktivitis begünstigen können.
Symptome der Konjunktivitis bei Hunden
Die Symptome einer Konjunktivitis sind oft leicht erkennbar und beinhalten sichtbare Veränderungen im Auge des Hundes. Die häufigsten Anzeichen sind:
Rötung des Auges: Die Bindehaut wird gereizt und entzündet, was zu einer deutlich sichtbaren Rötung führt.
Tränenfluss: Ein vermehrter Tränenfluss ist häufig bei einer Konjunktivitis zu beobachten. Bei einer bakteriellen Infektion kann der Ausfluss gelblich oder grünlich und eitrig sein.
Schwellung der Augenlider: Die Augenlider können anschwellen und empfindlich auf Berührungen reagieren.
Lichtempfindlichkeit: Hunde mit Konjunktivitis sind oft lichtempfindlich und halten ihre Augen halb geschlossen oder blinzeln häufig.
Juckreiz und Reiben der Augen: Der Hund könnte sich vermehrt über die Augen reiben oder mit den Pfoten versuchen, sie zu kratzen, was die Entzündung verschlimmern kann.
Verklebte Augen: Besonders morgens können die Augen durch den Ausfluss verklebt sein, was das Öffnen der Augen erschwert.
Diagnose der Konjunktivitis
Um die Ursache der Konjunktivitis zu diagnostizieren, wird der Tierarzt eine gründliche Untersuchung der Augen durchführen. Zu den diagnostischen Schritten gehören:
Klinische Untersuchung: Der Tierarzt wird das Auge und die Bindehaut auf Rötungen, Schwellungen, Fremdkörper oder Verletzungen untersuchen.
Fluorescein Test: Dieser Test wird verwendet, um Hornhautverletzungen oder Geschwüre zu erkennen. Eine spezielle Farbstofflösung wird ins Auge gegeben, die bei Verletzungen der Hornhaut sichtbar wird.
Tränenproduktionstest (Schirmer Test): Der Schirmer Tränenproduktionstest misst die Menge an Tränenflüssigkeit, um festzustellen, ob der Hund an einem trockenen Auge leidet.
Abstrich und mikrobiologische Untersuchung: In Fällen, in denen eine bakterielle oder virale Infektion vermutet wird, kann ein Abstrich von der Bindehaut genommen werden, um den Erreger zu identifizieren und die geeignete Behandlung zu bestimmen.
Behandlung der Konjunktivitis bei Hunden
Die Behandlung einer Konjunktivitis hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab:
Antibiotische Augentropfen oder Salben: Bei einer bakteriellen Infektion wird der Tierarzt antibiotische Augentropfen oder Salben verschreiben, um die Infektion zu bekämpfen.
Antivirale oder antimykotische Medikamente: Bei einer viralen oder pilzbedingten Konjunktivitis können spezielle Medikamente verabreicht werden, die die Infektion behandeln.
Kortikosteroide: In Fällen von entzündlichen oder allergischen Reaktionen können entzündungshemmende Augentropfen oder Salben verwendet werden, um die Schwellung und Rötung zu lindern. Kortikosteroide dürfen jedoch nicht verwendet werden, wenn eine Hornhautverletzung vorliegt, da sie die Heilung behindern können.
Salben zur Förderung der Tränenproduktion: Bei Hunden mit trockenem Auge (Keratokonjunktivitis sicca) können tränenerhöhende Salben und Augentropfen verschrieben werden, um die Augen feucht zu halten.
Fremdkörper entfernen: Falls Fremdkörper im Auge vorhanden sind, muss der Tierarzt diese sorgfältig entfernen, um weitere Reizungen oder Verletzungen zu vermeiden.
Kühlende oder beruhigende Augentropfen: Bei leichten Reizungen oder Allergien können beruhigende Augentropfen verwendet werden, um die Symptome zu lindern.
Pflege zu Hause und Vorbeugung
Nach der tierärztlichen Behandlung ist es wichtig, die Augen des Hundes zu Hause richtig zu pflegen und die Ursachen für eine erneute Konjunktivitis zu minimieren:
Augen sauber halten: Verklebte Augen sollten vorsichtig mit einem sauberen Tuch und warmen Wasser gereinigt werden, um Ausfluss zu entfernen.
Schutz vor Reizstoffen: Vermeide den Kontakt mit Reizstoffen wie Rauch, Staub oder aggressiven Reinigungsmitteln, die die Augen reizen könnten.
Augenkontrollen: Regelmäßige Kontrollen der Augen des Hundes können helfen, frühe Anzeichen einer Reizung zu erkennen, bevor sich eine Konjunktivitis entwickelt.
Floh und Zeckenschutz: Ein guter Floh und Zeckenschutz kann verhindern, dass Parasiten in die Augen gelangen und Irritationen verursachen.
Allergiemanagement: Wenn Allergien die Ursache sind, kann es hilfreich sein, den Hund von den auslösenden Allergenen fernzuhalten oder Maßnahmen zu ergreifen, um die Allergie unter Kontrolle zu halten.
Wann sollte man den Tierarzt aufsuchen?
Es ist wichtig, einen Tierarzt aufzusuchen, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten:
Anhaltende Rötung oder Schwellung der Augen.
Eitriger oder grünlicher Augenausfluss.
Schwierigkeiten beim Öffnen der Augen oder wenn der Hund die Augen häufig reibt.
Lichtempfindlichkeit oder veränderte Sehfähigkeit.
Lange anhaltende Symptome, die sich trotz Pflege nicht bessern.
Fazit
Konjunktivitis ist eine häufige Augenkrankheit bei Hunden, die in der Regel gut behandelbar ist, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Eine schnelle tierärztliche Diagnose und die richtige Behandlung sind entscheidend, um die Augen des Hundes zu schützen und Komplikationen zu vermeiden. Die Pflege der Augen und die Vermeidung von Reizstoffen sind wichtige Maßnahmen, um die Gesundheit der Augen zu erhalten.
C. Kaul
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