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Mastitis!

  • Autorenbild: zumlorcheborn
    zumlorcheborn
  • 19. Okt. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Mastitis ist eine Entzündung der Milchdrüsen bei Hündinnen, die in der Regel bei laktierenden (säugenden) Hündinnen auftritt, kann aber auch in seltenen Fällen bei nicht laktierenden Hündinnen vorkommen. Die Entzündung entsteht meist durch eine bakterielle Infektion und kann für die betroffene Hündin sehr schmerzhaft sein. Mastitis erfordert oft eine schnelle tierärztliche Behandlung, um Komplikationen zu vermeiden.

Ursachen der Mastitis bei Hunden

Die Hauptursache für Mastitis ist in der Regel eine bakterielle Infektion, die durch verstopfte Milchdrüsen oder durch Verletzungen der Zitzen oder des umliegenden Gewebes auftritt. Diese Verletzungen können durch das Saugen der Welpen oder durch traumatische Einflüsse entstehen. Die häufigsten Ursachen für Mastitis bei Hunden sind:

  1. Bakterielle Infektion: Bakterien wie Staphylokokken, Streptokokken oder Escherichia coli können in die Milchdrüsen eindringen, oft durch kleine Verletzungen oder Risse in den Zitzen, die durch das Saugen der Welpen verursacht werden.

  2. Verletzungen der Zitzen: Welpen können beim Saugen die Zitzen der Mutterhündin verletzen, was Bakterien den Zugang zu den Milchdrüsen erleichtert und eine Entzündung verursacht.

  3. Milchstau (Galaktostase): Wenn die Milchdrüsen der Hündin nicht ausreichend entleert werden, kann es zu einem Milchstau kommen, der das Risiko einer Mastitis erhöht. Dies tritt häufig auf, wenn weniger Welpen als erwartet gesäugt werden oder die Welpen abgestillt werden.

  4. Schmutzige Umgebung: Eine verunreinigte Umgebung kann das Risiko einer Infektion erhöhen, da Bakterien leichter in offene Wunden oder Risse an den Zitzen eindringen können.

  5. Hormonelle Veränderungen: In seltenen Fällen kann Mastitis auch bei nicht laktierenden Hündinnen auftreten, die durch hormonelle Veränderungen im Zyklus oder eine falsche Trächtigkeit betroffen sind.

Symptome einer Mastitis

Die Symptome einer Mastitis sind in der Regel leicht zu erkennen, da sie schmerzhaft und oft mit sichtbaren Veränderungen der Milchdrüsen einhergehen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Schwellung der Milchdrüsen: Eine oder mehrere der Milchdrüsen der Hündin sind geschwollen, hart und möglicherweise heiß.

Rötung und Entzündung: Die Haut über der betroffenen Milchdrüse ist oft gerötet und fühlt sich warm an.

Schmerzen beim Berühren: Die Hündin zeigt oft Schmerzen oder Unbehagen, wenn die betroffenen Drüsen berührt oder massiert werden.

Veränderte Milch: Die Milch kann eine ungewöhnliche Farbe haben (gelblich, grünlich oder blutig) oder eine veränderte Konsistenz aufweisen (dick, klumpig). Es kann auch Eiter aus der betroffenen Drüse austreten.

Lethargie und Appetitlosigkeit: Hündinnen mit Mastitis können schwach oder lustlos wirken und möglicherweise das Fressen verweigern.

Fieber: Bei einer schweren Infektion kann die Hündin Fieber haben und allgemeine Anzeichen von Unwohlsein zeigen.

Ablehnung des Säugens: Die Hündin kann sich weigern, die Welpen zu säugen, da das Saugen für sie schmerzhaft ist.

Diagnose von Mastitis

Die Diagnose einer Mastitis erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung durch den Tierarzt, der die betroffenen Milchdrüsen auf Anzeichen von Entzündung und Infektion untersucht. Zusätzliche diagnostische Tests können erforderlich sein, um den Schweregrad der Infektion zu bestimmen und die geeignete Behandlung einzuleiten:

  1. Abstrich und Kulturanalyse: Ein Abstrich der betroffenen Milchdrüse kann entnommen werden, um die Art der Bakterien zu identifizieren und zu bestimmen, welche Antibiotika am wirksamsten sind.

  2. Blutuntersuchungen: Bluttests können durchgeführt werden, um Anzeichen einer systemischen Infektion zu erkennen, insbesondere wenn die Hündin Fieber hat oder andere Anzeichen einer schweren Infektion zeigt.

  3. Ultraschall: In seltenen Fällen kann ein Ultraschall der Milchdrüsen durchgeführt werden, um Abszesse oder andere Komplikationen zu erkennen.

Behandlung der Mastitis bei Hunden

Die Behandlung der Mastitis hängt von der Schwere der Infektion ab und erfordert in der Regel eine Kombination aus medizinischer Therapie und Pflege zu Hause. Die gängigsten Behandlungsoptionen sind:

  1. Antibiotika: Der Tierarzt wird Antibiotika verschreiben, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen. Die Auswahl des Antibiotikums basiert auf den Ergebnissen der Kulturanalyse, um sicherzustellen, dass es wirksam ist.

  2. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente: Da Mastitis sehr schmerzhaft sein kann, werden oft Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente verabreicht, um die Entzündung zu reduzieren und das Wohlbefinden der Hündin zu verbessern.

  3. Entleerung der Milchdrüsen: Es ist wichtig, die Milchdrüsen zu entleeren, um den Druck zu verringern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Dies kann durch sanfte Massage der betroffenen Drüsen oder durch die Welpen erfolgen. In schweren Fällen, in denen die Welpen die Milch ablehnen, kann der Tierarzt empfehlen, die Milch manuell oder mit einer Pumpe zu entfernen.

  4. Warme Kompressen: Das Auflegen von warmen Kompressen auf die betroffenen Milchdrüsen kann helfen, die Durchblutung zu verbessern und die Milch leichter abfließen zu lassen. Dies kann mehrmals täglich durchgeführt werden.

  5. Flüssigkeitstherapie: Wenn die Hündin aufgrund der Mastitis dehydriert ist oder eine schwerere systemische Infektion hat, kann eine Flüssigkeitstherapie notwendig sein, um die Hydration und die allgemeine Gesundheit zu unterstützen.

  6. Chirurgische Behandlung: In sehr schweren Fällen, in denen sich Abszesse oder Gewebeschäden entwickelt haben, kann eine chirurgische Drainage oder sogar die Entfernung der betroffenen Milchdrüse erforderlich sein.

Pflege der Welpen

Wenn die Mutterhündin an Mastitis leidet, müssen auch die Welpen berücksichtigt werden. In vielen Fällen können die Welpen weiterhin von den nicht betroffenen Zitzen gesäugt werden. Falls jedoch alle Zitzen betroffen sind oder die Hündin die Welpen aufgrund von Schmerzen nicht säugen möchte, müssen die Welpen möglicherweise mit der Hand gefüttert werden.

Milchersatz: Der Tierarzt kann einen geeigneten Welpen Milchersatz empfehlen, um sicherzustellen, dass die Welpen die notwendigen Nährstoffe erhalten.

Vorbeugung von Mastitis

Obwohl es nicht immer möglich ist, Mastitis zu verhindern, gibt es Maßnahmen, die das Risiko verringern können:

  1. Saubere Umgebung: Eine saubere und hygienische Umgebung für die Hündin und ihre Welpen ist entscheidend, um das Eindringen von Bakterien zu verhindern. Regelmäßige Reinigung des Schlafbereichs und der Zitzen der Hündin kann das Risiko einer Infektion verringern.

  2. Regelmäßige Kontrolle der Milchdrüsen: Während der Säuge Periode sollte die Hündin regelmäßig auf Schwellungen, Rötungen oder Verhärtungen der Milchdrüsen untersucht werden, um frühzeitig Anzeichen einer Mastitis zu erkennen.

  3. Vermeidung von Milchstau: Um Milchstau zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass alle Welpen gleichmäßig saugen und die Milchdrüsen regelmäßig entleert werden. Wenn einige Zitzen seltener genutzt werden, kann eine sanfte Massage helfen, die Milchproduktion anzuregen und zu verhindern, dass sich Milch ansammelt.

  4. Verletzungen der Zitzen vermeiden: Achte darauf, dass die Welpen beim Saugen keine Verletzungen der Zitzen verursachen. Sollte dies dennoch passieren, können antiseptische Salben helfen, Infektionen vorzubeugen.

Wann zum Tierarzt?

Es ist wichtig, bei den ersten Anzeichen einer Mastitis sofort den Tierarzt aufzusuchen, insbesondere wenn:

Eine oder mehrere Milchdrüsen geschwollen, gerötet oder schmerzhaft sind.

Die Hündin Fieber, Lethargie oder Appetitlosigkeit zeigt.

Die Milch eine unnormale Farbe oder Konsistenz hat.

Die Hündin das Säugen der Welpen verweigert.

Fazit

Mastitis ist eine schmerzhafte, aber behandelbare Erkrankung, die bei laktierenden Hündinnen auftreten kann. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die Gesundheit der Mutterhündin und ihrer Welpen zu schützen. Mit der richtigen Pflege und Hygiene lässt sich das Risiko einer Mastitis minimieren, und die betroffenen Hündinnen können sich in den meisten Fällen vollständig erholen.


C. Kaul

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