Milchproduktion bei säugenden Hündinnen!
- zumlorcheborn
- 19. Okt. 2024
- 3 Min. Lesezeit

Laktation bezeichnet den Prozess der Milchproduktion bei säugenden Hündinnen, die nach der Geburt ihrer Welpen Milch in den Milchdrüsen produzieren, um diese zu ernähren. Der Milchfluss beginnt kurz nach der Geburt und dauert in der Regel mehrere Wochen an, bis die Welpen entwöhnt werden. Die Milch ist in dieser Zeit die Hauptnahrungsquelle für die Welpen und liefert alle notwendigen Nährstoffe für ihr Wachstum und ihre Entwicklung.
Ablauf der Laktation
Die Laktation wird durch hormonelle Veränderungen im Körper der Hündin eingeleitet und aufrechterhalten. Der Prozess beginnt normalerweise nach der Geburt der Welpen und verläuft in folgenden Phasen:
Vorbereitung während der Trächtigkeit: Bereits während der Trächtigkeit bereitet sich der Körper der Hündin auf die Laktation vor. Die Milchdrüsen beginnen zu wachsen und entwickeln sich, um nach der Geburt Milch produzieren zu können. Hormone wie Progesteron und Prolaktin spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Milchbildung nach der Geburt: Nach der Geburt der Welpen sinken die Progesteronspiegel, während der Prolaktin Spiegel ansteigt. Dieses Hormon ist verantwortlich für die Milchproduktion. Die Welpen beginnen unmittelbar nach der Geburt, an den Zitzen der Mutter zu saugen, was den Milchfluss anregt.
Milchproduktion und Saugen: Die Milchproduktion wird durch den Saug reiz der Welpen reguliert. Je mehr die Welpen saugen, desto mehr Milch wird produziert. Die Milch enthält in den ersten Tagen nach der Geburt Kolostrum (Vormilch), das reich an Antikörpern ist und den Welpen einen wichtigen Immunschutz bietet.
Entwöhnung: Mit der Zeit beginnen die Welpen, feste Nahrung zu sich zu nehmen, was allmählich die Milchproduktion der Hündin verringert. Der Laktationsprozess endet, wenn die Welpen vollständig entwöhnt sind und nicht mehr an den Zitzen saugen.
Zusammensetzung der Milch
Die Muttermilch von Hunden ist speziell auf die Bedürfnisse der Welpen abgestimmt und enthält alle wichtigen Nährstoffe, die für ein gesundes Wachstum notwendig sind. Die Milch besteht aus:
Fetten: Für die Energieversorgung und das Wachstum der Welpen.
Proteinen: Wichtig für die Entwicklung der Muskeln und Gewebe.
Kohlenhydraten: Liefern zusätzliche Energie.
Antikörpern: Vor allem in der Vormilch (Kolostrum) sind Antikörper enthalten, die den Welpen in den ersten Wochen vor Infektionen schützen.
Vitamine und Mineralien: Notwendig für die allgemeine Gesundheit und die Entwicklung der Knochen und Organe.
Häufige Probleme während der Laktation
Obwohl die Laktation ein natürlicher Prozess ist, kann es bei säugenden Hündinnen zu Problemen kommen, die tierärztliche Betreuung erfordern. Zu den häufigsten Problemen gehören:
Mastitis (Brustentzündung): Mastitis ist eine Entzündung der Milchdrüsen, die durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Die betroffenen Milchdrüsen sind oft geschwollen, heiß und schmerzhaft. Mastitis erfordert eine sofortige tierärztliche Behandlung, da sie die Gesundheit der Hündin gefährden und die Milchproduktion beeinträchtigen kann. Symptome sind Fieber, Lethargie und Appetitlosigkeit.
Milchstau: Ein Milchstau tritt auf, wenn die Milchdrüsen verstopft sind und die Milch nicht frei fließen kann. Dies kann zu Schwellungen und Schmerzen führen. Ein unzureichendes Saugen der Welpen oder eine plötzliche Entwöhnung kann einen Milchstau verursachen.
Unterversorgung der Welpen: In einigen Fällen produziert die Hündin möglicherweise nicht genügend Milch, um alle Welpen ausreichend zu versorgen. Dies kann bei sehr großen Würfen ein Problem darstellen. Anzeichen dafür sind Welpen, die unruhig sind und nicht an Gewicht zunehmen. In solchen Fällen kann eine Zufütterung von Welpen Milchersatz erforderlich sein.
Eklampsie (Milchfieber): Eklampsie ist eine ernsthafte Stoffwechselstörung, die auf einen Kalziummangel bei säugenden Hündinnen zurückzuführen ist. Sie tritt normalerweise in den ersten Wochen der Laktation auf, wenn die Kalziumreserven der Hündin durch die Milchproduktion erschöpft sind. Symptome sind Muskelzittern, Schwäche, Unruhe und in schweren Fällen Krämpfe. Eklampsie ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe.
Verhaltensprobleme: Einige Hündinnen können während der Laktation gestresst oder überfordert sein, insbesondere wenn sie unerfahren sind oder der Wurf sehr groß ist. Dies kann zu Ablehnung der Welpen oder zu übermäßigem Schutzverhalten führen. In solchen Fällen kann eine tierärztliche Beratung oder Unterstützung durch den Tierhalter erforderlich sein, um die Hündin zu entlasten.
Pflege einer laktierenden Hündin
Um die Gesundheit der Hündin und der Welpen während der Laktation zu gewährleisten, sind besondere Pflege und Aufmerksamkeit erforderlich:
Ernährung: Eine laktierende Hündin hat einen erhöhten Nährstoffbedarf, um die Milchproduktion aufrechtzuerhalten. Hochwertiges Welpen Futter wird oft empfohlen, da es reich an Proteinen, Fetten und Kalzium ist und den erhöhten Energiebedarf deckt.
Frisches Wasser: Es ist wichtig, dass die Hündin immer Zugang zu frischem Wasser hat, da die Milchproduktion viel Flüssigkeit erfordert.
Regelmäßige Kontrolle der Milchdrüsen: Die Milchdrüsen sollten regelmäßig auf Anzeichen von Schwellungen, Schmerzen oder Rötungen überprüft werden, um Probleme wie Mastitis oder Milchstau frühzeitig zu erkennen.
Ruhiger und sauberer Ort: Ein ruhiger, sauberer und stressfreier Ort für die Hündin und ihre Welpen ist entscheidend. Übermäßiger Stress kann die Milchproduktion beeinträchtigen und zu Verhaltensproblemen führen.
Entwöhnung der Welpen
Die Entwöhnung der Welpen beginnt normalerweise im Alter von etwa 3 bis 4 Wochen, wenn sie beginnen, Interesse an fester Nahrung zu zeigen. Die Milchproduktion der Hündin wird allmählich reduziert, während die Welpen mehr feste Nahrung zu sich nehmen. Der Prozess sollte schrittweise erfolgen, um die Hündin und die Welpen nicht zu überfordern.
Fazit
Laktation ist ein natürlicher und lebenswichtiger Prozess für Hündinnen und ihre Welpen, der den Welpen in den ersten Wochen ihres Lebens alle notwendigen Nährstoffe liefert. Eine sorgfältige Pflege und Überwachung der Hündin während dieser Zeit ist entscheidend, um Komplikationen wie Mastitis oder Eklampsie zu vermeiden. Eine ausgewogene Ernährung und ein stressfreies Umfeld unterstützen eine gesunde Milchproduktion und das Wohlbefinden der Hündin.
C. Kaul
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