Veränderungen
- zumlorcheborn
- 8. Aug. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Okt. 2024
Gedenken als Kaily uns verlassen hat!
War es eine Zeit der Veränderung?

Oder doch nicht?
Kaily, meine Leithündin ist nun nicht mehr unter uns. Ich war gespannt, habe das restliche Rudel beobachtet und wartete auf Veränderungen. Das erste, was mir aufgefallen ist, die größere Ruhe im Rudel. Es wurde leiser hier.
Ein Grund dafür, Kaily hatte zum Beispiel gern einen Stock auf einen Weg gelegt. Natürlich dort, wo das Rudel meistens entlang läuft. Das machte sie öfters. Es war nicht ihr Lieblingsplatz, aber dort lag er eben schön im Weg und sie konnte allen einmal sagen, das dieses ihr Stock ist. Keiner wollte den Stock, aber es gefiel ihr gut. Dieses Spiel machte sie auch gern zweimal am Tag.
Und während die anderen ihr genervt aus dem Weg gingen, zog es die jungen Hunde zu ihr hin. Siehe da, diese wurden auch immer einmal freundlich empfangen und nett behandelt. Da war nichts zu klären, die Jungspunde wussten Bescheid. Sie hatten Erziehung. "Benimm dich wie ein Erwachsener, pubertiere hier nicht

rum, dann bleibt es schön".
Besonders schön war es mit Kaily beim Hundetraining. Wenn Trainingshunde zu unserer Hundeschule kammen, zeigte Kaily unserer Trainerin sofort einiges an was andere Hunde betraf. Pöbler quittierte sie mit einem gelangweilten Blick und ließ diese dann, getrennt durch den Zaun, einfach links liegen. Beachtete sie nicht noch einmal.
Ganz anders verhielt es sich bei ernsthaften Hunden mit Führungsanspruch. Dort wurde sie ganz ruhig, der Körper fest, der Blick fixierend. Nur ihre starken älteren Rudelmitglieder setzten sich unauffällig wartend neben die "Alte". Die Energie war nicht sichtbar, aber zu spüren. Bis Kaily an den Zaun zum Angriff ging. Wie eine Phalanx( Truppeneinheit in enger Aufstellung) folgten ihr die anderen. Besonders Ruby, die Stärkste in unserem Rudel. Ruby hätte es auch jederzeit körperlich mit Kaily aufgenommen, respektierte sie aber bis zum Schluss.
Kailys "sichten" der Hunde hat mir immer viel Spaß gemacht und unserer Trainerin auch. Und ich kann mich auch an keinen Fall erinnern, wo wir nicht der gleichen Meinung waren.

Und dann stellte ich wieder Lärm fest. Ruby legte ihren Ball in den Weg und sorgt dafür, dass dieser von keinem genommen wird. Seit Kaily nicht mehr da war macht das Ruby. Das muss sie sich bei Kaily abgeschaut haben. Denn sie mault auch jeden einmal an.
Was hatte ich denn erwartet? Die Stellungen waren längst klar, sie hatten Jahre Zeit.
Die Frage war nur, ob Ruby auch die Verantwortung übernimmt. Die Junghunde sehen es so, sie suchen ihre Nähe, sind gern bei ihr und fühlen sich sicher. Oft laufen sie mit ihr mit.
Nun hatten wir einen mittelgroßen Hund zum Training bei uns in der Hundeschule. Der war nicht von Pappe, ihn interessierte auch nicht, ob da neun Hunde hinter dem Gitterzaun warten. Der wollte Krieg. Und Ruby kam nach vorn, fixierte, wurde ruhig, sammelte die Kavallerie hinter sich und schlug zu. Und die "Alten" folgten ihr wie einst meiner Kaily. Ich wusste, das Ruby eine Macht ist, aber so ? Das war hochinteressant.
Einer führt. Der stärkste, ausgeglichenste, einer, der Verantwortung übernimmt.

Einer, der darüber in Not und Stresssituationen nicht verhandelt. Der nie verhandelt. Im Rudel ist das so. Das sagt unsere Trainerin den Teilnehmern der Hundeschule auch immer wieder.
Wenn ihr nicht übernehmt, übernimmt der Hund. So einfach. Das ist ihm angeboren. Selbst wenn er kein geborener Leader ist.
Bei uns bin ich es, der das auf den Spaziergängen macht. Nach Ruby hat Rani das ganze Übernommen und sie macht das gleich wie alle Leader ( erst meine Chrissi, Kaily, Ruby und nun Rani)
Und eins hat sich auch nicht geändert. Mache ich eine Pause, sind sie bei mir. Da sie es freiwillig machen, bin ich einfach glücklich. Und ich denke, sie merken das.
C. Kaul
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