Würmer beim Hund
- zumlorcheborn
- 22. Aug. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Okt. 2024

Giarden, Bandwürmer und Co.: Der Hund als Ziel
Würmer bei Hunden sind keine Seltenheit. Somit muss sich früher oder später jeder Hundehalter mit den unbeliebten Parasiten auseinandersetzen. Ein Wurmbefall bei Deinem Hund ist nicht gleich Grund zur Panik! Warum das so ist und wie Du einen Wurmbefall beim Hund vorbeugen kannst und diesen bekämpfst, erfährst Du hier.
Mein Hund hat Würmer! wie schlimm ist das?
Den Satz „Mein Hund hat Würmer“ hast Du sicher schon öfter gehört. Aber was bedeutet das eigentlich? Würmer sind Parasiten, die sich im Hund einnisten und sich von den Nährstoffen im Hundekörper ernähren: ein lästiger Mitbewohner, der keine Miete zahlt. Ein Wurmbefall geht nicht sofort mit einer akuten Lebensgefahr daher, doch eine ausbleibende Behandlung kann schlimme Folgen für den Wirt also den Hund haben: der Parasit legt im Körper des Hundes Eier und folglich kommt es zu einer fortlaufenden Vermehrung der Würmer, die dem Hund langsam aber fortlaufend wichtige Nährstoffe entziehen. Das ist übrigens auch der Grund, wieso viele Hunde bei einem Wurmbefall rapide an Gewicht verlieren…
Die häufigsten Wurmarten
Als würde ein Wurmbefall es uns nicht schon schwer genug machen, gibt es die unterschiedlichsten Wurmarten. Wurm ist also nicht gleich Wurm. Je nach Art des Wurmbefalls ändern sich beispielsweise die Symptome des Hundes und auch das Mittel zur Bekämpfung dieser. Folgende Würmer schleichen sich oft in den Organismus unserer Vierbeiner.
Bandwürmer: lassen sich im Darm des Hundes nieder und verteilen sich von dort auf die anderen Organe. Sie sehen auch aus wie ein klassischer Wurm und werden teilweise mit dem Kot ausgeschieden und ergeben damit ein besonders ekliges Bild für uns Hundehalter.
Herzwürmer: Das Wort Herzwürmer fällt oft in Kombination mit dem Auslandstierschutz. Das liegt daran, dass Herzwürmer in Deutschland eher selten und dafür häufiger im Mittelmeerraum vertreten sind, da die Wurmlarven durch die Steckmücken übertragen werden.
Peitschenwürmer: Diese speziellen Kandidaten ernähren sich vom Blut des Hundes und heften sich dafür an die Darmwand des Wirtes. Sie werden oft durch infizierten Kot übertragen. (Ein weiterer Grund, den Hundekot stets aufzuheben und wegzuschmeißen!)
Spulwürmer: Optisch lässt sich diese Wurm Art mit gekochten Spaghetti vergleichen. Sie können über 10 Zentimeter lang werden und sind damit besonders eklig!
Wurmbefall beim Hund und die Symptome
Ein Wurmbefall kann oft und sehr lange unbemerkt bleiben. Die Anzeichen für einen Wurmbefall können je nach Wurm Art völlig unterschiedlich ausfallen. Gerade bei erwachsenen Hunden können kaum bis keine Symptome auftreten. Besonders schlecht ist dies für euer direktes Umfeld! Bei Kontakt mit anderen Hunden ist das Ansteckungsrisiko hoch und prompt sind alle Hunde in der Nachbarschaft an einem Wurmbefall erkrankt. Mögliche Anzeichen für eine Infektion mit Würmern.
Gewichtsverlust: Ein auffälliger und schneller Gewichtsverlust beim Hund kann auf eine Ansteckung mit Würmern hinweisen. Oft führt ein Wurmbefall zu einer verminderten Nährstoffaufnahme und Durchfall, wodurch Dein Hund an Gewicht abbaut.
Dicker und harter Bauch: Es kann aber auch das genaue Gegenteil auftreten: Ein auffällig harter, dicker und aufgeblähter Bauch ist ein alarmierendes Symptom für einen vorangeschrittenen Wurmbefall sein. Oft zu sehen bei Welpen, die keine entsprechende Behandlung gegen die Würmer erfahren durften.
Durchfall und Erbrechen: Die klassischen Symptome und oft bekannt: Durchfall und Erbrechen beim Hund als Anzeichen für einen Wurmbefall, insbesondere beim Spulwurm oder Bandwurm.
Juckreiz: im Bereich des Afters ist ein häufiges Symptom beim Befall mit Würmern. Der Hund leckt sich vermehrt am Hinterteil oder macht das allen Hundehaltern bekannte „Schlittenfahren“ das rutschen mit dem Po über den Boden.
Wie bei allen Symptomen gilt: Nicht alle sprechen zwangsläufig für eine Wurminfektion bzw. eine bestimmte Erkrankung. Anzeichen wie Durchfall, Erbrechen und Co können viele Auslöser haben. Daher solltest Du deinen Hund stets sorgfältig im Blick behalten.
Erst testen, dann handeln
Wie wir jetzt wissen, geht ein Wurmbefall nicht zwingend mit Symptomen oder Anzeichen daher und bleiben gerade bei ausgewachsenen Hunden nicht selten unbemerkt. Um meine eigenen Hunde und mich sowie meine Umwelt zu schützen, lasse ich mein Rudel daher regelmäßig auf einen Wurmbefall testen. Vielleicht fragst Du dich jetzt folgendes: „Aber warum teste ich meine Hunde, anstatt sie regelmäßig sofort zu entwurmen? Ist doch viel einfacher!“ Ist es aber nicht. Ich erkläre Dir jetzt, wieso:
Heutzutage umfasst eine Wurmvorsorge regelmäßige Kotuntersuchungen, denn ohne Tests und einem entsprechenden Ergebnis ist nicht klar, ob Dein Hund überhaupt Würmer hat und wenn doch, von welchen Parasiten Dein Hund eigentlich befallen ist. Was bedeutet! Dein Hund wird eventuell regelmäßig entwurmt, ohne überhaupt Würmer zu haben. Oder es ist für den Wurmbefall Deines Hundes ungeeignet und somit ein nicht wirkendes Medikament. Hier kannst Du dir einfach mal die Frage stellen: Nehme ich Antibiotika, ohne vorher beim Arzt gewesen zu sein und zu wissen, woran ich erkrankt bin? Nein! Wurmkuren sind sehr belastend für den Hundekörper und greifen die Darmflora im Hundekörper stark an. Je mehr Wurmkuren Du deinem Hund verabreichst, umso mehr wird die Resistenzentwicklung gegenüber dem Medikament und dessen Wirkstoffen beschleunigt. Sollte es bei Deinem Hund dann mal zu einem wirklichen Wurmbefall kommen, kann die Folge eine sehr langatmige Behandlung mit unterschiedlichsten Antibiotika für Deinen Vierbeiner kommen.
Regelmäßig auf Wurmbefall testen
Deswegen lasse ich meine Hunde alle 12 Monate mit einem Wurmtest auf Parasiten testen und kann diese Vorgehensweise jedem Hundehalter ans Herz legen. Das Institut für Parasitologie der Universität Gießen bietet einen zuverlässigen Service für die Untersuchung von Kotproben. Das hat für mich als Züchterin und Mehrhundehalter Besitzerin einen hohen Zeitfaktor Vorteil: ich kann den Test ganz bequem online veranlassen und ich kann die Kotproben ohne Zeitdruck einsammeln und ebenso bequem und praktisch über die Post zur Uni Gießen schicken. Für die Uni Gießen reicht sogar nur eine Kot probe, da im Labor auf Antigene getestet wird. Die Untersuchung ist meist günstiger und genauer als beim Tierarzt. Du kannst die Kot probe in ein Stuhlproben Röhrchen (Gibt es in der Apotheke) geben und zusammen mit dem ausgefüllten Formular in einem wattierten Umschlag an das Institut an folgende Adresse senden:
Institut für Parasitologie Schubertstraße 8135392 Gießen
Praktischer und günstiger geht es wirklich nicht!
C. Kaul
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