Zahnprobleme beim Hund
- zumlorcheborn
- 2. Sept. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Okt. 2024

Fressen, beißen, knabbern der Zahnhalteapparat des Hundes muss im Alltag so einigen Ansprüchen gewachsen sein. Doch was tun, wenn Zahnprobleme auftreten? Zahnprobleme beim Hund sind keine Seltenheit und sollten regelmäßig kontrolliert und abgeklärt werden. Doch wie immer gilt: Vorbeugung ist besser als Nachsorge. Wie diese aussehen kann, erfährst du ebenfalls in diesem Beitrag.
Die ersten Anzeichen, dass im Maul etwas nicht stimmt, sind leider sehr einfach. Das Argument „Mein Hund frisst noch super!“ ist deswegen leider sehr gefährlich. Denn das Fressen wird als aller letztes eingestellt! Probleme beginnen aber schon viel früher. Frühe Anzeichen sind beispielsweise Mundgeruch. Es ist nicht normal, dass Hunde aus dem Maul stinken! Auch gerötetes Zahnfleisch, vermehrtes Speicheln oder Zahnstein sollten ernst genommen werden. Wenn es im Maul dann mal so richtig wehtut, sinkt die Lust der Nahrungsaufnahme. Viele Hunde wollen nicht mehr fressen oder fressen nur noch einzelne, weiche Komponenten vom Futter. Dies kann auf Dauer zu Mangelernährung und Untergewicht führen. Kopfschütteln, Kratzen mit der Pfote am Maul oder Reiben der Schnauze können ebenfalls Anzeichen für Zahnschmerzen sein.
Zahnstein: Eine der häufigsten Erkrankungen im Maul ist der Zahnstein. Dieser lagert sich auf den Zähnen ab, führt zu Maulgeruch und schließt Bakterien in regelrechten Schutzhüllen am Zahn ein. Denn durch die raue Oberfläche des Zahnsteines ist dies für Bakterien der perfekte Ort zum Wachsen. Diese Bakterien können eine Entzündung auslösen und sich über das Blut bis in weit entfernte Organe verteilen und dort zu Problemen führen. Eine Folge kann z.B. eine Entzündung des Herzens sein! Faktoren wie pH Wert, Speichelmenge oder Mineralkonzentration im Speichel beeinflussen die Zahnsteinbildung. Paradontitis: Eine durch Bakterien ausgelöste Entzündung des Zahnfleisches. Folgen sind Zurückbildung und Schwellung des Zahnfleisches sowie Zahnausfall. Zahnfrakturen: Diese treten deutlich häufiger auf als man bei dem so eindrucksvollen Gebiss eines Hundes meint! Zahnfrakturen entstehen durch das kauen an zu harten Gegenständen, am häufigsten tatsächlich Holzstöcken oder Steinen!
Zahnprobleme müssen von (Fach) Tierärzten diagnostiziert werden und bedürfen einer gründlichen Untersuchung sowie Therapie. Standardmäßig wird eine Zahnreinigung meist in Vollnarkose durchgeführt. Um das Übel auch tatsächlich an der Wurzel zu packen, sind in den meisten Fällen Röntgenaufnahmen der Zähne nötig und sinnvoll. Denn ein Zahn kann oberflächlich völlig gesund aussehen, während es in der Tiefe schon brodelt. Nicht selten müssen, vor allem bei älteren Hunden oder bei Hunden mit Kieferfehlstellung, mehrere Zähne gezogen werden.

Zahnpflege durch Zähneputzen sollte regelmäßig durchgeführt werden. Die optimale Prävention von Zahnstein ist, wie bei uns Menschen auch, das Zähneputzen. Nicht jeder Hund mag es, doch mit Geduld und etwas Zeit kannst du deinen Liebling an die Zahnreinigung gewöhnen. Es lohnt sich hier, schon von klein auf spielerisch an das Zähneputzen heranzutreten. Im Idealfall reinigst du die Zähne deines Hundes einmal pro Tag, doch auch schon einmal pro Woche hilft und ist besser als gar nichts zu tun. Zum Reinigen der Zähne benötigst du neben einer Zahnbürste eine spezielle Zahnpasta für deinen Vierbeiner. Denn unsere herkömmliche Zahnpasta ist für Hunde ungeeignet. Für sehr unkooperative Hunde gibt es auch Zahncremes, welche auf die Maulschleimhaut aufgetragen werden können, ohne die Zähne im Anschluss putzen zu müssen. Die in der Creme enthaltenden Enzyme sorgen dafür, dass der Zahnbelag entfernt wird. Ist allerdings einmal Zahnstein vorhanden, hilft nur noch die manuelle Entfernung durch spezielle Geräte im Rahmen einer tierärztlichen Behandlung. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung hilft ebenfalls dabei, die Zähne deines Hundes gesund zu halten und spart im besten Fall die Behandlungen wie eine Zahnsteinentfernung oder das ziehen von Zähnen.
C. Kaul
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